Sisi bleibt Präsident Ägyptens

Abdel Fattah al-Sisi erhält Prognosen zufolge 92 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag Beobachtern zufolge an den ersten beiden Tagen bei 21 Prozent.

Noch werden die Stimmen ausgezählt: Eine Frau vor einem Wahllokal mit einem Foto von Abdel Fattah al-Sisi in Kairo. (Bild: Salah Malkawi, Getty Images)

Noch werden die Stimmen ausgezählt: Eine Frau vor einem Wahllokal mit einem Foto von Abdel Fattah al-Sisi in Kairo. (Bild: Salah Malkawi, Getty Images)

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist gemäss Staatsmedien klar im Amt bestätigt worden. Nach ersten Wahlprognosen habe er 92 Prozent der Stimmen auf sich vereint, meldeten die Zeitung «Achbar al-Dschum» und sowie die Nachrichtenagentur Mena.

Ein deutlicher Sieg von Amtsinhaber Sisi galt bei der international kritisierten Wahl als sicher. Sämtliche Widersacher des Präsidenten waren verhaftet worden oder hatten ihre Bewerbung zurückgezogen. Der einzige weitere Kandidat, der weitgehend unbekannte Politiker Mussa Mostafa Mussa, hatte sich als Anhänger des Präsidenten zu erkennen gegeben.

Das Augenmerk richtete sich daher vor allem auf die Wahlbeteiligung, die als Indiz für die Zustimmung für den seit 2014 amtierenden Ex-General gilt. Etwa 23 Millionen der 60 Millionen Wahlberechtigten hätten bei der dreitägigen Präsidentenwahl ihre Stimme abgegeben, hiess es in den Berichten der staatlichen Medien.

Seit Mursis Sturz an der Macht

Die Präsidentenwahl 2014 hatte Sisi mit knapp 97 Prozent der Stimmen gewonnen. Da die Beteiligung damals zunächst nur bei 37 Prozent lag, fügten die Behörden kurzerhand einen dritten Wahltag an, so dass die Quote letztlich auf 47,5 Prozent stieg.

Sisi hatte nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 die Macht in Ägypten übernommen und wurde 2014 erstmals zum Präsidenten gewählt. Viele Ägypter sehen in ihm den «starken Mann», der dem Chaos nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak durch einen Volksaufstand im Jahr 2011 ein Ende setzte.

Menschenrechtsgruppen werfen Sisi indes vor, dass seine Herrschaft mittlerweile repressiver sei als die von Mubarak. Dies und die anhaltende Wirtschaftskrise samt erheblichen Preissteigerungen schaden dem Ansehen des ägyptischen Staatschefs, der auch wirtschaftliche Stabilität versprochen hatte.

ij/sda

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