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Selbstmordattentat auf Grossdemonstration

Der Friedensprozess in Jemen droht zu scheitern. Auf einer politischen Kundgebung wurde ein Anschlag verübt. Dutzende Menschen starben.

Der Anschlag trägt die Handschrift von al-Qaida: Menschen fliehen in Sanaa nach der Detonation. (9. Oktober 2014)
Der Anschlag trägt die Handschrift von al-Qaida: Menschen fliehen in Sanaa nach der Detonation. (9. Oktober 2014)
Reuters

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sprengte sich am Donnerstagmorgen ein Selbstmordattentäter mitten in einer Menge von Anhängern der Huthi-Rebellen in die Luft und tötete mindestens 47 Menschen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 75 Menschen seien verletzt worden. In Mukalla im Süden des Landes rammte ein Extremist sein sprengstoffbeladenes Auto in einen Kontrollposten. Mindestens 20 Soldaten kamen den Angaben zufolge ums Leben, 15 weitere wurden verletzt.

Beide Attentate trugen die Handschrift des sunnitischen Terrornetzwerks al-Qaida, wie Sicherheitsbeamte berichteten. Zu den Taten bekannte sich aber noch niemand. Der Al-Kaida-Ableger im Jemen hatte kürzlich damit gedroht, die schiitischen Huthis anzugreifen, nachdem diese im September die Kontrolle über weite Teile von Sanaa übernommen hatten.

Designierter Premier lehnt Posten ab

Ein von den Vereinten Nationen vor kurzem vermitteltes Friedensabkommen sollte einen politischen Neuanfang unter Einbeziehung der Huthis im Jemen ermöglichen. Die Ernennung von Ahmed Auad bin-Mubarak zum neuen Regierungschef sollte ein wichtiger Baustein sein. Doch der lehnte das Amt nach Widerstand der mächtigen Huthi-Rebellen ab.

Erst am Mittwochabend hatte Rebellenführer Abdel-Malik al-Huthi seine Anhänger in einer Fernsehansprache aufgerufen, gegen die Kür Bin-Mubaraks zu protestieren. Dieser sei eine «Marionette» in der Hand ausländischer Kräfte. Hunderte Huthi-Unterstützer folgten am Donnerstag offenbar diesem Aufruf und versammelten sich in Sanaa. In die Menge mischte sich auch der Selbstmordattentäter. Die Demonstration wurde trotz des Anschlags und des Amtsverzichts von Bin-Mubarak fortgesetzt. Etwa 4000 Huthi-Unterstützer zogen durch die Strassen und sangen Sprechchöre gegen die USA und Saudiarabien.

SDA/ldc

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