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Saudischer König gibt Obama einen Korb

Der US-Präsident will den verbündeten Golf-Monarchen das Atomabkommen mit Teheran schmackhaft machen. König Salman sagt das Treffen jedoch ab und lässt sich durch seinen Kronprinzen vertreten.

Wird Obamas Einladung nicht folgen: König Salman. (Archivbild)
Wird Obamas Einladung nicht folgen: König Salman. (Archivbild)
Jim Bourg, Reuters

Irans Erzrivale ist beim Atomabkommen für Schönwetter-Diplomatie nicht zu haben: Der saudische König Salman verzichtet auf eine Teilnahme am Gipfeltreffen der USA mit den Ländern des Golfkooperationsrates (GCC). Offiziell schob das konservative islamische Königreich die Lage im Jemen als Grund für die Absage vor, doch im Hintergrund werden Verstimmungen wegen der amerikanischen Iran-Politik vermutet.

US-Präsident Barack Obama will bei dem Treffen am Donnerstag in Camp David den Führern der Golfstaaten das geplante Atomabkommen mit dem Iran erklären und ihnen gewisse Zusicherungen für ihre Sicherheit geben. «Für einen Gipfel reicht die Substanz nicht», zitierte die US-Tageszeitung «Wall Street Journal» einen nicht namentlich genannten arabischen Offiziellen.

Lage in Jemen als Vorwand

Der saudische Aussenminister Adel al-Dschubair sagte am Sonntag, die Absage Salmans sei wegen der ab Dienstag geplanten fünftägigen Waffenruhe im Jemen nötig geworden. Statt dem Monarchen soll Kronprinz und Innenminister Mohammed bin Naif die saudische Delegation anführen. Ein von Saudiarabien geführtes Bündnis bombardiert im Jemen seit Ende März schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten.

Die Luftangriffe und eine Seeblockade hatten zu einer dramatischen Verschlechterung der Versorgungslage der Bevölkerung des ärmsten arabischen Landes geführt. Die Feuerpause, zu der auch die Huthis bereit sind, soll vor allem dazu dienen, Hilfslieferungen auf den Weg zu bringen.

In Washington wurde die Absage Salmans mit demonstrativer Gelassenheit aufgenommen.

«Wir freuen uns auf die Teilnahme von Kronprinz Mohammed bin Naif, den der (US-)Präsident schon mehrfach getroffen hat.»

Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates

Dem GCC gehören Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Oman, Katar und Bahrain an, allesamt Monarchien. Nur Katar und Kuwait werden durch ihren Emir in Camp David vertreten sein. Die anderen Länder schicken wie Saudiarabien nur Repräsentanten ihres jeweiligen Monarchen.

Misstrauen gegenüber Iran

Die Golfmonarchien misstrauen dem Iran und beschuldigen ihn, die Huthis im Jemen zu unterstützen. Sie sind ausserdem beunruhigt über den Einfluss Teherans, den dieser mit Hilfe von Verbündeten im Libanon, in Syrien und im Irak ausübt.

Ein Atomabkommen mit dem ölreichen Iran, das diesen von den Wirtschaftssanktionen befreit, würde aus ihrer Sicht Teheran in seiner Expansionspolitik bestärken.

Der Iran sieht wiederum in Saudiarabien einen Störfaktor im Zusammenhang mit dem geplanten Atomabkommen. Ausser dem US-Kongress und Israel wolle auch Riad die Einigung verhindern, gab die Nachrichtenagentur ISNA Vizeaussenminister Abbas Araghchi wieder.

Der Iran sowie die fünf UNO-Vetomächten und Deutschland wollen den Vertragstext bis Ende Juni aushandeln. Der Westen will ausschliessen, dass der Iran unter dem Deckmantel ziviler Forschung eine Atombombe baut. Der Iran verlangt im Gegenzug, dass die lähmenden Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

SDA/pst

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