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Rebellen lassen Ultimatum verstreichen

Im Kongo ist die Rebellengruppe M-23 immer noch mit Kämpfern in der Millionenstadt Goma präsent. Der UNO-Sicherheitsrat hält heute eine dringliche Sitzung zur Krise im Kongo ab.

Haben sich noch nicht zurückgezogen: M23-Rebellen bewachen die Provinzhauptstadt Goma. (26. November 2012)
Haben sich noch nicht zurückgezogen: M23-Rebellen bewachen die Provinzhauptstadt Goma. (26. November 2012)
AFP

Ungeachtet eines Ultimatums hält die Rebellengruppe M-23 ihre Position in der ostkongolesischen Millionenstadt Goma. Auch in der Nacht zu Dienstag waren Lastwagen mit Kämpfern in den Strassen der Provinzhauptstadt zu sehen.

Zuvor hatten die Rebellen angekündigt, Goma zu ihrem Hauptquartier zu machen. Die M23-Rebellen hatten die ostkongolesische Grenzstadt Goma nach einer fünftägigen Offensive eingenommen und die Regierungstruppen vertrieben.

Am Tag darauf eroberten sie auch die nahegelegene Stadt Sake. In der Folge flüchteten zehntausende Menschen aus der Region in der Provinz Nord-Kivu.

Nach Angaben von Beobachtern herrschte am Montag in Goma gespannte Ruhe. Laut der Hilfsorganisation World Vision war am Montag auch der Flughafen von Goma geschlossen. «Es sind derzeit keine Hilfsflüge möglich.» Die humanitäre Lage für die Bevölkerung in der Region sei «verheerend».

Besonders betroffen seien Kinder, die teilweise stark unterernährt sind. «Viele zeigen die typischen aufgeblähten Bäuche, die auf mangelnde Ernährung hinweisen, viele Kinder weinen vor Hunger», sagte ein World-Vision-Mitarbeiter vor Ort.

Kongolesische Armee zu «Gegenangriff» bereit

Der Chef des kongolesischen Heeres signalisierte unterdessen die Bereitschaft der Armee zum «Gegenangriff», sollten sich die Rebellen nicht aus Goma zurückziehen.

Sollten die Rebellen die ihnen auf dem Krisengipfel am Wochenende gesetzte Frist «nicht respektieren, werden wir unsere Arbeit machen und die Autorität des Staates wieder herstellen», sagte General François Olenga am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die Bevölkerung lehne die «Aggression» der Rebellen ab, das gebe dem Militär die nötige «Moral» für einen Gegenangriff.

Die Internationale Konferenz der Grossen Seen, ein regionaler Machtblock, hatte den Rebellen bis Mitternacht Zeit gegeben, die Stadt zu verlassen. Doch die Gruppe hatte bei ihrem Ultimatum am Samstag nicht mit Konsequenzen für den Fall einer Nichtbeachtung gedroht.

Sitzung der UNO-Sicherheitsrates

Wegen der Kämpfe um Goma will sich der UNO-Sicherheitsrat in einer Sondersitzung mit der Krise im Ostkongo befassen. Das mächtigste UNO-Gremium hat seine Mitglieder für den Dienstagabend zu einer Dringlichkeitssitzung gerufen. Dabei geht es um das Vorrücken der M23-Rebellen im zentralafrikanischen Land.

UNO-Soldaten haben vor wenigen Tagen aktiv in die Kämpfe eingegriffen, dennoch sind sie zusammen mit den Regierungstruppen in der Defensive. Einige Mitglieder fordern ein «robusteres Mandat» für die MONUSCO genannte Mission, damit die Blauhelme nicht nur zum Schutz der Zivilisten, sondern auch auf der Seite der Regierung aktiv werden können.

Diskutiert wird auch der Einsatz von Drohnen. Die unbemannten Flugzeuge sind aber unbewaffnet und sollen nur aufklären.

sda/afp/chk

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