Zum Hauptinhalt springen

«Ramadi zu halten, wird eine weitaus grössere Herausforderung»

Eine Stadt zurückzuerobern ist eine Sache. Sie zu verteidigen eine andere. Wie das nun im Fall Ramadi geschehen soll.

Hunderte Menschen gerettet: Ein Soldat pflegt einen verwundeten Zivilisten in Ramadi. (31. Dezember 2015)
Hunderte Menschen gerettet: Ein Soldat pflegt einen verwundeten Zivilisten in Ramadi. (31. Dezember 2015)
Keystone
Der IS ist in Ramadi besiegt – Regierungssoldaten mit der irakischen Flagge, die jene der Terrormiliz überdeckt.
Der IS ist in Ramadi besiegt – Regierungssoldaten mit der irakischen Flagge, die jene der Terrormiliz überdeckt.
Keystone
Die Offensive der irakischen Truppen in Ramadi dauerte sechs Tage, bis die Jihadisten geschlagen waren.
Die Offensive der irakischen Truppen in Ramadi dauerte sechs Tage, bis die Jihadisten geschlagen waren.
Keystone
Irakische Sicherheitskräfte hissen die irakische Flagge im Zentrum Ramadis. (27. Dezember 2015)
Irakische Sicherheitskräfte hissen die irakische Flagge im Zentrum Ramadis. (27. Dezember 2015)
AP
Zeichen des Sieges: Ein Soldat der irakischen Truppen posiert mit dem «V» für das englische Wort «Victory» vor der Kamera. (29. Dezember 2015)
Zeichen des Sieges: Ein Soldat der irakischen Truppen posiert mit dem «V» für das englische Wort «Victory» vor der Kamera. (29. Dezember 2015)
AFP
Verschnaufpause: Irakische Streitkräfte ruhen sich auf einem Militärfahrzeug aus. (28. Dezember 2015)
Verschnaufpause: Irakische Streitkräfte ruhen sich auf einem Militärfahrzeug aus. (28. Dezember 2015)
Reuters
Auf dem Regierungsgebäude, das vom IS besetzt war, wird wieder die irakische Fahne aufgezogen. (28. Dezember 2015)
Auf dem Regierungsgebäude, das vom IS besetzt war, wird wieder die irakische Fahne aufgezogen. (28. Dezember 2015)
EPA
In Bagdad feierten Menschen den Sieg, die vom IS aus Ramadi vertrieben wurden.  (29. Dezember 2015)
In Bagdad feierten Menschen den Sieg, die vom IS aus Ramadi vertrieben wurden. (29. Dezember 2015)
AFP
Waffenarsenal des IS, das die irakische Armee erobert hat.
Waffenarsenal des IS, das die irakische Armee erobert hat.
Keystone
Irakische Soldaten haben auf einem Regierungsgebäude in Ramadi die Flagge des Irak gehisst.
Irakische Soldaten haben auf einem Regierungsgebäude in Ramadi die Flagge des Irak gehisst.
Keystone
Irakische Sicherheitskräfte durchsuchten viele Anwesen nach Kämpfern und Sympathisanten der Terrormiliz IS.
Irakische Sicherheitskräfte durchsuchten viele Anwesen nach Kämpfern und Sympathisanten der Terrormiliz IS.
Keystone
1 / 13

Nach der Rückeroberung Ramadis aus den Händen der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind am Dienstag hunderte sunnitische Stammeskämpfer in der Provinzhauptstadt stationiert worden. Die Mitglieder des Truppenverbands Hashed al-Shaabi sollen dabei helfen, die «befreiten Gebiete zu sichern», sagte der für den Einsatz zuständige General Ismail Mahalawi.

Regierungschef Haider al-Abadi beglückwünschte die Armee bei einem Besuch in der Stadt zu ihrem Sieg. Hashed al-Shaabi ist ein Truppenverband, der von schiitischen Milizen dominiert wird. Ihm gehören aber auch sunnitische Kämpfer von Stämmen aus der Provinz Anbar an. Fünf Einheiten der Stammeskämpfer seien in drei Stadtteilen im Norden Ramadis eingetroffen, sagte ihr Anführer Tarek Jussef al-Asal. Sie seien auf einem Stützpunkt östlich der Stadt ausgebildet und mit Waffen der Armee ausgerüstet worden. Sie sollen nun dabei helfen, die Stadt vor Angriffen des IS zu sichern.

Wann ein Sieg nachhaltig ist

Die Rückeroberung Ramadis sei eine «echte Leistung», sagte der Sicherheitsexperte Patrick Skinner von der Beratungsfirma Soufan Group. «Aber Ramadi zu halten und zu regieren wird für den Irak eine weitaus grössere Herausforderung.» Den Stammeskämpfern könnte hierbei eine Schlüsselrolle zukommen, da sie das Vertrauen der mehrheitlich sunnitischen Bevölkerung geniessen. Je grösser der Einfluss der Sunniten bei der Verwaltung und Sicherung Ramadis sei, desto «nachhaltiger wird dieser Sieg sein», sagte Firas Abi Ali vom Londoner Analyseinstitut IHS.

Die Regierungstruppen hatten Ramadi am Montag nach erbitterten Gefechten vollständig von den Jihadisten zurückerobert. Irakische Soldaten hissten die Nationalflagge über dem Sitz der Provinzregierung. Ministerpräsident al-Abadi versprach daraufhin, 2016 das gesamte Land von den Jihadisten zu befreien. Am Dienstag flog der Regierungschef nach Ramadi und gratulierte den Soldaten persönlich zu ihrem Etappensieg über den IS.

IS kontrollierte Ramadi seit Mai 2015

Die Jihadisten hatten im Sommer 2014 grosse Gebiete im Irak und in Syrien erobert und dort ein «Kalifat» ausgerufen. Seit Mai 2015 kontrollierte der IS die hundert Kilometer westlich von Bagdad gelegene Provinzhauptstadt Ramadi. Anfang Dezember eroberte die von Kampfflugzeugen der US-geführten Militärallianz unterstützte Armee mehrere Stadtteile zurück. Am vergangenen Dienstag rückte sie dann ins Stadtzentrum vor.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch