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Papst fordert Religionsfreiheit im Nahen Osten

Der Besuch von Papst Benedikt XVI. fällt mit den gewalttätigen muslimischen Protesten in mehreren Ländern zusammen. Das Kirchenoberhaupt ruft zum Frieden auf – und wird jubelnd empfangen.

Fordert eine Erziehung zum Frieden: Der Papst während seiner Fahrt im Papamobil. (15. September 2012)
Fordert eine Erziehung zum Frieden: Der Papst während seiner Fahrt im Papamobil. (15. September 2012)
Keystone

Papst Benedikt XVI. hat die Vorbildfunktion des Libanons in der Krisenregion Nahost hervorgehoben. Das einträchtige Miteinander von Muslimen und Christen sei dort in vielen Familien schon gang und gäbe, sagte der Papst heute in Beirut vor Politikern und Religionsführern. Diese friedliche Koexistenz müsse auch auf gesellschaftlicher Ebene möglich sein. Überschattet wurde der Besuch des Papstes von gewaltsamen Protesten in weiten Teilen der muslimischen Welt wegen eines islamfeindlichen Films.

Am zweiten Tag seines Besuchs im Libanon erinnerte er daran, dass Religionsfreiheit ein Grundrecht sei, von dem viele andere Rechte abstammten. Ein jeder müsse seine Religion ohne Gefahr für sein Leben ausüben können. Der Libanon, dessen Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg 1975 bis 1990 wegen sektiererischer Konflikte noch immer andauert, sei aufgerufen, als ein Vorbild für die friedliche Koexistenz der Religionen im Nahen Osten voranzugehen.

Frenetisch gefeiert

Der Papst wurde bei seiner Ankunft frenetisch gefeiert. Menschenmengen säumten die Strassen, in denen Benedikt in seinem kugelsicheren Papamobil zum Präsidentenpalast im Süden der Hauptstadt fuhr. Berittene Soldaten begleiteten den Konvoi. Als Friedenssymbol wurden bei Benedikts Ankunft im Präsidentenpalast 20 weisse Tauben fliegen gelassen.

Nur Stunden nach dem gestrigen Eintreffen des Papstes im Libanon eskalierte die Gewalt im Norden des Landes wegen der Beleidigung des Propheten Mohammed in dem in den USA produzierten islamfeindlichen Film. In der Stadt Tripoli griff eine aufgebrachte Menge zwei Schnellrestaurants an, es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Einer der Angreifer wurde getötet, mindestens 25 Menschen wurden verletzt, darunter 18 Polizisten.

Jugendtreffen für heute Abend geplant

Der dreitägige Besuch des Papstes läuft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ab. Der 85-Jährige erklärte, er habe nie erwogen, die Reise aus Sicherheitsgründen abzusagen. Zugleich verurteilte er religiösen Fundamentalismus als «Fälschung von Religion». Für heute Abend ist ein Jugendtreffen geplant. Benedikt will zu Tausenden jungen Menschen aus der gesamten Region sprechen.

Gottesdienst unter freiem Himmel

Mit einem grossen Gottesdienst unter freiem Himmel beginnt Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Beirut den dritten und letzten Tag seines Besuchs im Libanon. Nach Appellen zu Frieden und Versöhnung zwischen den Religionen im Nahen Osten steht ein interreligiöses Treffen nahe der Hauptstadt auf dem Programm des Oberhaupts der katholischen Kirche, bevor der 85-Jährige am Abend in den Vatikanstaat zurückfliegt.

(SDA)

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