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Ohne Russland wird es in Syrien keine Lösung geben

USA-Korrespondent Thomas Spang zu den Gesprächen zwischen Russland und den USA.

Von einem Durchbruch in Syrien bleiben Barack Obama und Wladimir Putin weit entfernt. Das erste offizielle Treffen der beiden geostrategischen Rivalen seit zwei Jahren am Rand der UNO-Vollversammlung machte überdeutlich, wie tief der Graben zwischen den USA und Russland ist. Ob Ursache oder Lösung der Krise: Es gibt keine gemeinsame Lesart. Putin sieht Bashar al-Assad als mutigen Streiter gegen den IS. Für Obama bleibt Assad ein blutrünstiger Tyrann. Der 90-minütige Präsidentenpoker in New York änderte an dieser unterschiedlichen Sichtweise nichts. Das war auch nicht zu erwarten gewesen. Ermutigend hingegen ist, dass weder Putin noch Obama die Tür für künftige Gespräche zugeschlagen haben. Gemessen an dem eisigen Verhältnis zwischen den beiden ist das ein Fortschritt.

Möglich scheint auch eine militärische Koordination vor Ort, die eine versehentliche Konfrontation zwischen den unterschiedlichen Kräften gegen den IS ausschliesst. Solche Absprachen dürften das Leben für die IS-Kämpfer ein wenig schwieriger machen. Sie reichen aber nicht, das Terrorkalifat zu zerschlagen. Dafür werden Bodentruppen gebraucht. Genau hier liegt das Problem für Obama. Weil er die USA aus gutem Grund nicht in ein neues militärisches Abenteuer im Mittleren Osten führen will, füllen das Vakuum jetzt sektiererische Milizen, extremistische Kämpfer und syrische Regierungssoldaten.

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