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Österreichische Blauhelme beginnen Abzug von Golanhöhen

Immer weniger Soldaten bewachen die Grenze zwischen Israel und Syrien: Die ersten der 378 österreichischen UNO-Soldaten haben die Golanhöhen verlassen. Ersatz ist bisher nicht in Sicht.

Abzug wegen zunehmender Gefährdung durch den syrischen Bürgerkrieg: Blauhelme verladen Möbel der österreichischen UNO-Soldaten auf einen Lastwagen. (11. Juni 2013)
Abzug wegen zunehmender Gefährdung durch den syrischen Bürgerkrieg: Blauhelme verladen Möbel der österreichischen UNO-Soldaten auf einen Lastwagen. (11. Juni 2013)
Reuters

Österreich hat mit dem Abzug seiner Blauhelmsoldaten von den Golanhöhen begonnen. Eine erste Gruppe von 70 uniformierten Soldaten der UN-Mission passierte am Morgen den Kontrollposten Kuneitra an der Waffenstillstandslinie zwischen Syrien und dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Die Regierung in Wien hatte den Abzug der 378 Soldaten am 6. Juni bekanntgegeben. Die uniformierten Soldaten überquerten mit Militärjeeps und gepanzerten Fahrzeugen die Posten der syrischen Armee und danach der israelischen Streitkräfte. Nach einem kurzen Zwischenstopp an einer UNO-Basis auf dem Plateau fuhren die Österreicher in einem Konvoi aus fünf Bussen und sechs Autos in Richtung des internationalen Flughafens bei Tel Aviv.

Bürgerkrieg als Grund

Laut einem Bericht des öffentlichen israelischen Rundfunks hatten am Dienstag bereits einige Dutzend Verwaltungskräfte aus Österreich das Hauptquartier der UNO-Mission verlassen. Österreich begründet den Rückzug mit der zunehmenden Gefährdung durch den syrischen Bürgerkrieg.

Die UNO-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung (Undof) überwacht seit dem Jahr 1974 die Waffenstillstandslinie zwischen dem von Israel besetzten Golanplateau und Syrien. Österreich war von Anfang an dabei und stellte auch zuletzt so viele Soldaten wie kein anderes Land. Vor Österreich hatten bereits Kanada, Japan und im März auch Kroatien ihre Soldaten abgezogen, wodurch die Truppenstärke auf etwas mehr als 900 Soldaten zurückging.

Abzug über vier Wochen

Österreichs Verteidigungsminister Gerald Klug hatte angekündigt, der Abzug des Blauhelmkontingents werde insgesamt bis zu vier Wochen dauern. Ein israelischer Regierungsvertreter hatte AFP am Dienstag gesagt, es gebe allerdings Zusagen, dass «die Mehrheit der österreichischen Soldaten vor Ort bleibt, bis die UNO ein Land gefunden hat, das sie ersetzen kann.» Die UNO dränge die Regierung in Wien, den Abzug zeitlich entsprechend zu strecken, berichtete der leitende Regierungsbeamte, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Sollte das österreichische Kontingent nicht ersetzt werden, würden in der Pufferzone auf dem Golan nur noch 341 Soldaten von den Philippinen und 193 aus Indien verbleiben. Vor einem Jahr zählte die Undof dagegen noch 1100 Blauhelme.

Die Regierung in Jerusalem fürchtet, dass ein endgültiges Aus der Beobachtermission droht und sich dann in der Waffenstillstandszone ein Vakuum bildet, in das je nach Kriegsverlauf in Syrien Gruppen mit Terrorabsichten gegen Israel einsickern könnten, etwa die libanesische Hisbollah-Miliz oder die zum Terrornetzwerk Al-Qaida gehörende Al-Nusra-Front.

(AFP)

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