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Israels Albtraum: Die Qassam-Rakete

Eine halbe Million Israeli lebt in Angst und Schrecken: Sie befinden sich in Reichweite von palästinensischen Raketen. Die Geschosse sind aber eher Instrumente des strategischen Terrors als Waffen zum Massenmord.

Gaza-Stadt: Palästinensische Extremisten bereiten den Abschuss von Qassam-Raketen auf Israel vor. Ihr Ziel: der Süden Israels.
Gaza-Stadt: Palästinensische Extremisten bereiten den Abschuss von Qassam-Raketen auf Israel vor. Ihr Ziel: der Süden Israels.
Keystone
Die Kämpfer tragen die Raketen zum Abschussort.
Die Kämpfer tragen die Raketen zum Abschussort.
Keystone
... und eine verwüstete Wohnung in der Nähe von Netivot.
... und eine verwüstete Wohnung in der Nähe von Netivot.
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Sie sind der Auslöser des Krieges im Gazastreifen: die Qassam- und Katjuscha-Raketen der Palästinenser. Doch trotz der israelischen Offensive, die seit 20 Tagen anhält, feuern die Extremisten immer noch mehr als ein Dutzend Raketen täglich auf den Süden Israels ab. Dabei treffen sie auch Städte wie Ashdod und Beer Sheva, die bis zu 40 Kilometer vom Gazastreifen entfernt sind.

Die Schäden und Opferzahlen halten sich im Vergleich zur Anzahl abgefeuerter Raketen in Grenzen: In den letzten acht Jahren zündeten die Extremisten mehr als 8000 Raketen; 32 Israeli kamen dabei ums Leben, 600 wurden verletzt. «Die palästinensischen Raketen sind wie die deutschen V-Raketen im Zweiten Weltkrieg terrorisierende Waffen. Sie machen mehr Angst, als dass sie Schaden anrichten», sagt Strategieexperte Albert Stahel.

Nägel und Schrauben im Sprengstoff

Die Sprengkraft der palästinensischen Raketen ist laut Stahel eher klein. Die selbst gebauten Qassam-Geschosse sind bis zu zwei Meter lang und können sechs Kilogramm Sprengstoff tragen. Die Katjuscha-Raketen messen drei Meter und sind mit bis zu 22 Kilogramm Sprengstoff bestückt. «Ein massiv gebautes Haus kann man damit nicht zerstören», so Stahel. Die Extremisten erhöhen die Detonationswirkung zudem, indem sie den Sprengstoff mit Nägeln und Schrauben versehen.

Die ungelenkten Raketen sind jedoch ungenau, da sie ohne Lenksysteme abgefeuert werden: Die Extremisten tragen die Raketen aus einem Versteck zum Abschussort und bauen dort eine Rampe auf. Laut Stahel kann lediglich die Richtung und der Abschusswinkel eingestellt werden. Die Extremisten würden bewohnte Gebiete darum nur treffen, weil sie jahrelange Erfahrung im Abschuss von Raketen hätten. Dass die Palästinenser künftig Orte beschiessen können, die mehr als 50 Kilometer entfernt sind, bezweifelt Stahel. «Bei grösseren Distanzen werden die Raketen instabil».

Raketen vom Schwarzmarkt

Im Gegensatz zu den selbst gebauten Qassam-Raketen werden die grösseren Katjuschas durch Tunnels von Ägypten – insgesamt sollen über 500 Tunnels existieren – in den Gazastreifen geschmuggelt. Laut der israelischen Polizei stammen sie aus dem Iran. Albert Stahel vermutet, dass die Geschosse auch auf dem Schwarzmarkt beschafft werden – etwa in den «Waffenlagern» Angola, Afghanistan oder Eritrea. Der Preis betrage wohl nicht mehr als 10'000 Dollar pro Stück.

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