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Islamisten in Somalia verlieren ihre Hochburg

Die Afrikanische Friedenstruppe scheint mit ihrer Offensive Erfolge zu verzeichnen. Die mit al-Qaida verbundene al-Shabaab-Miliz musste die Hafenstadt Kismayo aufgeben. Die Islamisten sprechen von einem taktischen Rückzug.

Offensive gegen die Islamisten: Kenianische Soldaten am Strand von Bur Garbo, Somalia. (Archivbild vom 14. Dezember 2011)
Offensive gegen die Islamisten: Kenianische Soldaten am Strand von Bur Garbo, Somalia. (Archivbild vom 14. Dezember 2011)

In Somalia hat die radikalislamische al-Shabaab-Miliz die letzte noch unter ihrer Kontrolle stehende Stadt aufgeben müssen. Nach einem Angriff von Truppen der Afrikanischen Friedenstruppe (AMISOM) unter Führung Kenias zogen sich die Rebellen aus der Hafenstadt Kismayo im Süden des Landes zurück.

Die Rebellen hatten die Stadt zuvor fünf Jahre lang kontrolliert. Al-Schabaab sprach heute im Kurznachrichtendienst Twitter von einem taktischen Rückzug und kündigte weitere Kämpfe an. «Kismayo ist von einer friedlichen Stadt, die von der (islamischen Rechtsprechung) Scharia regiert wurde, in eine Kampfzone zwischen Muslimen und Ungläubigen verwandelt worden», heisst es in einer weiteren Twitter-Nachricht.

Umschlagplatz für Waffen

Ein Sprecher der kenianischen Streitkräfte sagte, Bodentruppen arbeiteten sich von Norden nach Süden vor, um zu überprüfen, ob sich Al-Schabaab tatsächlich zurückgezogen habe. Augenzeugen berichteten von Plünderungen in Verwaltungsgebäuden der Miliz.

Die jüngsten Kämpfe um die Hafenstadt etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadiscio hatten am Donnerstag begonnen. Die kenianische Luftwaffe und Kriegsschiffe vor der Küste beteiligten sich an der Offensive.

Kismayo hatte für Al-Schabaab besondere Bedeutung. Die Islamisten finanzierten sich unter anderem aus Steuern, die sie im Hafen erhoben. Darüber hinaus war der Hafen ein Umschlagplatz für Waffen.

Journalisten getötet

Unterdessen wurden weiter im Norden des Landes zwei Journalisten getötet. Einer der beiden Männer wurde offenbar gefoltert und anschliessend geköpft, wie die Behörden sowie Anwohner gestern mitteilten. Nach Angaben des Journalistenverbandes des Landes erschossen Unbekannte zudem einen Mitarbeiter einer jemenitischen Nachrichtenagentur, der auf dem Weg zu seiner Arbeit war.

Nördlich der Hauptstadt Mogadiscio wurde bereits am Donnerstag die gefesselte Leiche eines Sportjournalisten gefunden. Der Kopf des Mannes sei auf der Brust abgelegt gewesen, sagte der Anwohner Ahmed Abdinur in Suka Holaha. Insgesamt sind in Somalia allein in diesem Jahr 15 Journalisten getötet worden.

Bisher bekannte sich niemand zu den jüngsten Morden, aber die Fälle passen in ein Muster von gezielten Angriffen gegen somalische Journalisten. Sowohl kriminelle Banden als auch militante Extremisten werden verdächtigt. Bisher konnten die nur schlecht gewappneten Behörden in Mogadiscio keine Täter festnehmen.

Miliz kontrolliert weiter grosse Gebiete

Die Al-Schabaab-Miliz kontrolliert weiter grosse Landstriche im Süden und im Zentrum Somalias. Vor einem Jahr wurde sie aus Mogadiscio vertrieben und seitdem kontinuierlich zurückgedrängt.

Seit 2007 dominiert Al-Schabab grosse Teile Somalias. Die Islamisten kooperieren mit dem Terrornetzwerk al-Qaida. Sie wollen in Somalia einen islamischen Gottesstaat verwirklichen. Nach mehreren Entführungen und Terroranschlägen im Norden Kenias waren 2011 kenianische Truppen in den Süden Somalias einmarschiert.

SDA/kle

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