Zum Hauptinhalt springen

Islamisten bekennen sich zu Entführung von Beatrice S.

Eine der al-Qaida nahestehende Gruppe übernimmt in einem Video die Verantwortung für die Geiselnahme einer Basler Missionarin in Mali.

Ihre Entführer fordern die Freilassung mehrerer Gefangener: Die Basler Missionarin Beatrice S. nach ihrer letzten Befreiung. (24. April 2012)
Ihre Entführer fordern die Freilassung mehrerer Gefangener: Die Basler Missionarin Beatrice S. nach ihrer letzten Befreiung. (24. April 2012)
Brahima Ouedraogo, Keystone

Zu der Entführung einer Schweizerin in Mali hat sich eine Jihadistengruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida bekannt. Sie habe ein entsprechendes Video der Gruppe Emirat der Sahara erhalten, berichtete die mauretanische Nachrichtenagentur al-Achbar am Dienstag. Die Gruppe fordere darin im Gegenzug für die Freilassung von Beatrice S. die Übergabe mehrerer inhaftierter, teils hochrangiger Gesinnungsgenossen.

In dem Video sage ein Sprecher der Gruppe, die Frau sei entführt worden, weil sie «hohe Zahlen muslimischer Söhne» vom Islam abgebracht habe, berichtete die Nachrichtenagentur. Zudem fordere die Gruppe die Freilassung einer Reihe von in Mali inhaftierten Kämpfern sowie die eines ihrer Anführer, Ahmad Al Faqi Al Mahdi, der sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag verantworten muss.

Schon einmal verschleppt

Dem Mann, der auch unter dem Namen Abou Tourab bekannt ist, wird die Anweisung zur Zerstörung wertvoller Kulturstätten in der malischen Wüstenstadt Timbuktu vorgeworfen. Er soll auch ein führendes Mitglied des al-Qaida-Verbündeten Ansar Dine sein. Der Tuareg-Extremist ist der erste mutmassliche Jihadist, der sich vor dem Haager Gerichtshof verantworten muss. Er erschien dort erstmals im September vor den Richtern.

S., die seit Jahren in dem westafrikanischen Land lebt, war in der Nacht zum 8. Januar aus ihrem Haus in Timbuktu verschleppt worden. Die in Sozialwerken engagierte, christliche Frau war im April 2012 bereits ein erstes Mal von Islamisten verschleppt worden, kurz darauf aber nach Vermittlung der Regierung von Burkina Faso freigelassen.

Damals hiess es aus Sicherheitskreisen, die Freilassung sei gegen Zahlung eines Lösegeldes erfolgt. Die Schweizerin weigerte sich nach der Freilassung, Timbuktu zu verlassen. Drei vor Jahren in der Region entführte Ausländer, ein Südafrikaner, ein Schwede und ein Rumäne, sind bis heute in Gefangenschaft. In der Sahel-Region wurden 2012 insgesamt 24 Geiseln festgehalten, unter anderem von der Islamistenorganisation al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) und anderen Gruppen.

Angespannte Sicherheitslage

Der Norden Malis war im Frühjahr 2012 in die Hände von Jihadistengruppen gefallen. Französische Streitkräfte starteten Anfang 2013 eine Offensive gegen Islamisten und Rebellen im Norden des Landes. Deren Vormarsch Richtung Süden wurde dadurch gestoppt, die Sicherheitslage blieb aber angespannt. Mitte Dezember wurden in Timbuktu drei Menschen umgebracht, darunter ein Journalist des christlichen Rundfunksenders Tahanite.

Die schwierige Sicherheitslage in Mali geriet im November in die internationalen Schlagzeilen, als Jihadisten ein Luxushotel in der Hauptstadt Bamako überfielen. Damals wurden ausser den beiden Angreifern 20 Menschen getötet, darunter 14 Ausländer. Seither gilt in Mali der Ausnahmezustand, der am 22. Dezember bis zum 31. März verlängert wurde.

AFP/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch