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Giftige Schwefeldämpfe gefährden IS-Gegner

Der IS hat im Nordirak eine Schwefelfabrik in Brand gesetzt. Die Dämpfe bedrohen amerikanische und andere Einheiten.

Mitglieder der chistlichen Miliz Kataeb Babylon (Brigaden von Babylon) nehmen mutmassliche IS-Mitglieder im Kloster Mar Benham südöstlich von Mosul fest.
Mitglieder der chistlichen Miliz Kataeb Babylon (Brigaden von Babylon) nehmen mutmassliche IS-Mitglieder im Kloster Mar Benham südöstlich von Mosul fest.
Safin Hamed, AFP
Ein Panzer der irakischen Armee rückt gegen Qara Tappa südöstlich von Mosul vor. (23. November 2016)
Ein Panzer der irakischen Armee rückt gegen Qara Tappa südöstlich von Mosul vor. (23. November 2016)
Felipe Dana, Keystone
Offiziere der kurdischen Peshmerga-Truppen beraten sich 50 Kilometer vor der Frontlinie bei Mosul. (21. Oktober 2016)
Offiziere der kurdischen Peshmerga-Truppen beraten sich 50 Kilometer vor der Frontlinie bei Mosul. (21. Oktober 2016)
Amel Pain, Keystone
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Der Rauch und die Dämpfe einer von Kämpfern der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) in Brand gesetzten Schwefelfabrik im Nordirak könnten US-Truppen und andere Soldaten gefährden. Wegen des Gesundheitsrisikos würden die Armeeangehörigen am Luftwaffenstützpunkt Kajara Schutzmasken tragen, hiess es aus amerikanischen Militärkreisen am Samstag. Luftproben seien zu einem US-Amt zur Analyse geschickt worden. Es könne bis zu drei Tagen dauern, bis der Brand gelöscht sei.

Das Feuer sei vor zwei Tagen in Mischrak gelegt worden, hiess es weiter. Am Samstag habe sich die Windrichtung geändert und den Rauch Richtung Kajara West gelenkt. Der Stützpunkt wird von den Soldaten als Sammelraum beim Einsatz für die Rückeroberung von Mosul genutzt.

Vormarsch geht unbeirrt weiter

Derweil rückt die irakische Armee weiter nach Mosul vor. Sie hat den IS aus mehreren Vororten vertrieben. Heute eroberten irakische Truppen auf ihrem Vormarsch auf Mosul die früher vor allem von Christen bewohnte Stadt Karakosch zurück. Von dort war die Bevölkerung vor zwei Jahren von der Terrormiliz vertrieben worden. Damit sind die Armee und ihre Verbündeten im Südosten auf etwa 20 Kilometer an Mosul herangerückt.

Bei der Offensive gegen die IS-Hochburg wird mit so schweren Kämpfen gerechnet, wie es sie im Irak seit der US-geführten Invasion 2003 gegen den damaligen Machthaber Saddam Hussein nicht mehr gegeben hat. In Mosul sollen sich bis zu 6000 IS-Kämpfer verschanzt halten.

Die Stadt ist die letzte Bastion der Terrormiliz im Irak. Die Millionenstadt steht seit Juni 2014 unter Kontrolle der Extremisten. Sollte die Stadt befreit werden, wäre der IS im Irak militärisch weitestgehend besiegt. Im Nachbarland Syrien beherrscht die sunnitische Terrormiliz allerdings noch immer grosse Gebiete.

Mindestens 80 Tote bei IS-Angriff auf Kirkuk

Der Angriff des IS auf die nordirakische Stadt Kirkuk hat nach Angaben eines Polizeibeamten mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. Die meisten der Opfer seien Sicherheitskräfte, teilte Kommandeur Chattab Omer am Samstag mit. 170 Personen seien verletzt worden. Der irakischeMinisterpräsident Haidar al-Abadi erklärte, die Attacke auf Kirkuk sei ein Terroranschlag gewesen. Sicherheitskräfte hätten beinahe die vollständige Kontrolle über die Stadt zurück.

«Fast alle Terroristen, die Kirkuk betraten, sind ausgeschaltet worden», sagte Al-Abadi. Der IS hatte am Freitag einen grossen Angriff in der Stadt und in der Gegend um Kirkuk gestartet. Nach Angaben Omers nahmen mehr als 50 Extremisten an der Attacke teil. Mit dem Angriff sollte offenbar Aufmerksamkeit von Mossul abgelenkt werden.

Rund 50 Dörfer wieder unter Regierungskontrolle

Seit Beginn der Offensive am Montag seien rund 50 Dörfer vom IS zurückerobert worden, erklärte die irakische Armee. In Karakosch vermutetet das US-Militär, das die Iraker zusammen mit einer internationalen Allianz unterstützt, noch mehrere hundert IS-Anhänger. Am Samstag durchkämmten Soldaten die Stadt auf der Suche nach Milizionären. Auch um den Christen-Ort Karamless wurde gekämpft.

Der IS finanzierte sich lange Zeit vor allem über das Ölgeschäft. Durch die Gebietsverluste schmelzen diese Einnahmen aber immer mehr zusammen.

Ashton Carter in Bagdad

Das US-Militär lobte die Fortschritte zum Auftakt der Mosul-Offensive. «Wir sehen die Entwicklung positiv, zumal dieser Vorstoss kompliziert ist», sagte ein US-Vertreter. Am Samstag traf US-Verteidigungsminister Ashton Carter zu einem Überraschungsbesuch in Bagdad ein, um sich ein Bild vom Verlauf der Offensive zu machen.

Auf Carters Programm in Bagdad standen unter anderem Gespräche mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi und dem Chef der Anti-IS-Militärkoalition, US-General Stephen Townsend. Den ihn begleitenden Journalisten sagte Carter, nach der Einnahme Mosuls gehe es darum, die Stadt «wiederaufzubauen und zu stabilisieren».

SDA/fal

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