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Inselstreit: Japan zieht Botschafter aus Moskau ab

Der Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew auf den Kurilen war für die Japaner eine Provokation zu viel. Sie holen ihre Diplomaten zurück – und erhalten Schützenhilfe von den USA.

Auf Besichtigungstour: Medwedew lässt sich vom Gouverneur Alexander Khoroshawin die Insel zeigen.
Auf Besichtigungstour: Medwedew lässt sich vom Gouverneur Alexander Khoroshawin die Insel zeigen.
Keystone

Im Streit zwischen Japan und Russland um die Südkurilen zieht Tokio vorübergehend seinen Botschafter aus Moskau ab. Das gab der japanische Aussenminister Seiji Maehara bekannt.

Trotz Warnungen aus Tokio hatte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Montag die zu den Südkurilen gehörende Pazifik-Insel Kunaschir besucht. Er unterstrich damit Moskaus Anspruch auf die Inselgruppe und löste so den Protest der japanischen Regierung aus.

Ob es zu einem Treffen zwischen Japans Premier Naoto Kan und Medwedew am Rande des APEC-Gipfels Mitte des Monats im japanischen Yokohama kommt, war zunächst unklar.

Bis heute keinen Friedensvertrag

Japan fordert seit Jahrzehnten die Rückgabe der vier südlichen Inseln, die sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg besetzt hatten. Wegen des Streits haben beide Länder bis heute keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

Wirtschaftlich ist die zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido gelegene Region wegen der Bodenschätze und des Fischreichtums begehrt. Die USA zeigten unterdessen laut japanischen Medienberichten Unterstützung für Japan.

Man sei sich des Streits mit Russland bewusst. Washington stehe in der Frage der in Japan so genannten nördlichen Territorien hinter Tokio, wurde US-Aussenamtssprecher Philip Crowley zitiert.

Japanische Unternehmen fürchten negative Auswirkungen auf ihr Russlandgeschäft. Der Territorialstreit bricht zu einer Zeit neu auf, in der ein anderer Inselkonflikt Japans Verhältnis zu China belastet.

SDA/miw

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