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«Im Minutentakt Explosionen»

Die Terrorgruppe Islamischer Staat rückt von drei Seiten auf die nordsyrische Stadt Kobane vor. Die Kurden bereiten sich auf Strassenkämpfe vor.

Trotz des Beschusses von Kampfflugzeugen setzt die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ihren Vormarsch auf die nordsyrische Stadt Kobane fort. Die Kämpfe zwischen den Extremisten und kurdischen Einheiten spitzen sich laut Beobachtern am frühen Donnerstagmorgen zu.

Laut dem N-TV-Korrespondenten Dirk Emmerich steht die Stadt weiter unter Artilleriebeschuss. «Im Minutenakt Explosionen», schreibt Emmerich auf Twitter.

Letzte Bastion

IS-Anhänger rückten von drei Seiten auf die Stadt vor, im Westen erzielten sie Geländegewinne, berichtete die in Grossbritannien ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Kurden bereiten sich demnach auf Strassenkämpfe vor. Der im Arabischen Ain al-Arab genannte Ort an der Grenze zur Türkei ist die letzte Bastion in einer Enklave, die bisher unter Kontrolle syrischer Kurden stand.

Stellungen bombardiert

Die USA und ihre arabischen Verbündeten hatten am Mittwoch zuletzt IS-Stellungen östlich von Kobane bombardiert, um die Extremisten zu stoppen. Doch während es den Kurden im Norden des Irak zuletzt gelungen war, einige Dörfer vom IS zurückzuerobern, stehen die Extremisten inzwischen seit mehr als zwei Wochen vor Kobane.

Der IS habe Verstärkung von neuen Kämpfern aus dem Osten Syriens erhalten, sagte der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, am Mittwoch der Nachrichtenagentur DPA.

Entscheid in der Türkei

Angesichts des IS-Vormarsches will sich die türkische Regierung nun vom Parlament die Erlaubnis für Militäreinsätze geben lassen. Der Regierung des Nato-Mitglieds soll erlaubt werden, über den Zeitpunkt, die Dauer und das Ausmass militärischer Operationen in den Nachbarländern zu entscheiden, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Ankara werde auch dazu befugt, über die Anwesenheit ausländischer Truppen in der Türkei zu entscheiden. Die Erlaubnis gelte für ein Jahr.

Der Regierung in Ankara war zuletzt wiederholt ein mangelndes Engagement im Kampf gegen den IS vorgeworfen worden. Laut den Vereinten Nationen hat die Türkei mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen als jedes andere Land.

Die IS-Terrormiliz kontrolliert im Norden und Osten Syriens rund ein Drittel der Fläche des Landes. Sollte sie Kobane einnehmen, würde sie auch weite Teile der rund 900 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze beherrschen.

SDA/mw

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