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Franzosen attackieren Geiselnehmer im Niger

Mindestens zwei Terroristen sollen tot sein: Französische Spezialkräfte haben mit Gewalt auf den Anschlag in der Stadt Agadez reagiert. Hinter dem Terror soll die algerische Gruppe um Mokhtar Belmokhtar stecken.

Nach dem Angriff: Militärcamp in der Stadt Agadez, Niger. (23. Mai 2013)
Nach dem Angriff: Militärcamp in der Stadt Agadez, Niger. (23. Mai 2013)
Screenshot Tele Sahel, AFP

Französische Spezialkräfte und nigrische Truppen haben eine Geiselnahme auf einem Militärstützpunkt im Niger beendet, auf den am Tag zuvor ein Anschlag verübt worden war. Mindestens zwei «Terroristen» seien bei dem Einsatz in der Stadt Agadez getötet worden, erklärte das französische Verteidigungsministerium mit Bezug auf die Geiselnehmer.

Unterdessen drohte die Gruppe des Islamisten Mokhtar Belmokhtar mit weiteren Anschlägen im Niger. Die französischen Streitkräfte seien auf Bitten des nigrischen Staatschefs Mahamadou Issoufou zur Unterstützung eingeschritten, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Sender BFMTV. Der Einsatz sei im Morgengrauen erfolgt und die Situation sei inzwischen «stabilisiert», sagte er. Auf dem Militärstützpunkt in Agadez sowie eine Uranmine im rund 200 Kilometer entfernten Arlit waren gestern Anschläge verübt worden, bei denen mehr als 20 Menschen starben. In dem Militärlager wurden daraufhin mehrere Offiziersanwärter als Geiseln genommen.

«Mit Blut unterzeichnen»

Ein Abgeordneter von Agadez sprach im Zusammenhang mit dem Einsatz von «drei getöteten Terroristen» und «drei getöteten Geiseln» sowie einem weiteren erschossenen Menschen. Diese Bilanz wurde von der nigrischen Regierung vorerst nicht bestätigt. Das französische Verteidigungsministerium sprach bei seinen Angaben von einer «vorläufigen Bilanz».

Die mauretanische Nachrichtenagentur Alakhbar veröffentlichte ein Schreiben der algerischen Islamistengruppe «Die mit Blut unterzeichnen», in der diese sich zu den Angriffen bekennt. Ihr Anführer Mokhtar Belmokhtar habe die Pläne persönlich «beaufsichtigt», hiess es darin. Allein beim Angriff auf den Streitkräfteposten in Agadez kamen 18 Soldaten, ein Zivilist und vier Attentäter ums Leben, wie das Innenministerium in Niamey mitteilte.

Belmokhtar droht mit weiteren Anschlägen

Bei dem Anschlag auf dem Gelände einer von der französischen Areva-Tochterfirma Somair betriebenen Uranmine in Arlit wurden dem Konzern zufolge ein Angestellter getötet und zahlreiche weitere verletzt. Frankreichs Staatschef François Hollande verurteilte die Anschläge erneut und erklärte, in Arlit seien französische Interessen «direkt» zum Ziel geworden. In Agadez seien nigrische Soldaten getötet worden, weil sie Frankreich beim Einsatz in Mali unterstützt hätten. Le Drian sagte, der Norden des Niger dürfe nicht ähnlich wie der Norden Malis ein «Rückzugsort für Islamisten» werden.

Auch die islamistische Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO), die sich ebenfalls der Mittäterschaft bezichtigte, begründete die Anschläge mit Frankreichs Militärintervention im benachbarten Mali. Frankreich hatte Anfang Januar Truppen nach Mali geschickt, um einen Vormarsch islamistischer Rebellen zu stoppen. Bei der folgenden Offensive wurden die Islamisten aus dem Norden des Landes weitgehend vertrieben, den sie vergangenes Jahr unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Belmokhtars Gruppe drohte mit weiteren Anschlägen im Niger. Sie werde die Gewalt auf den Niger ausweiten, falls das Land nicht seine «Söldnertruppen» aus Mali abziehe, erklärte die Gruppe «Die mit Blut unterzeichnen». Zudem drohte sie mit Angriffen auf Frankreich und andere Länder, die am Militäreinsatz im benachbarten Mali beteiligt sind.

AFP/rbi/ajk

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