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Fatah, Hamas und islamischer Jihad rufen zu Einigkeit auf

Die neuesten Spannungen im Gazastreifen haben bei den zerstrittenen Palästinenserorganisationen zu einem Umdenken geführt: Sie wollen ihre Differenzen überwinden, um gemeinsam gegen Israel zu bestehen.

Kampf für die gemeinsame Sache: Eine Demonstrantin fordert die Einigkeit der Palästinenser. (13. November 2012)
Kampf für die gemeinsame Sache: Eine Demonstrantin fordert die Einigkeit der Palästinenser. (13. November 2012)
AFP

Angesichts des Konflikts im Gazastreifen haben die Führungen der Palästinensergruppen Fatah, Hamas und Islamischer Jihad bei einer Kundgebung im Westjordanland zur Einigkeit aufgerufen.

«Aus Ramallah verkünden wir mit den Führern der anderen Bewegungen, dass wir der Spaltung ein Ende machen», sagte der ranghohe Fatah-Führer Dschibril Radschub vor rund tausend Demonstranten. «Wer von heute an noch von Spaltung spricht, ist ein Krimineller», sagte der Hamas-Chef im Westjordanland, Mahmud al-Rahmahi.

In den vergangenen Tagen gab es in zahlreichen Orten des Westjordanlands und Ost-Jerusalems Kundgebungen aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen. Dabei kam es immer wieder zu Zusammenstössen mit den israelischen Sicherheitskräften.

Fast 100 Tote und über 800 Verletzte

Mit dem seit vergangenem Mittwoch laufenden Einsatz reagiert Israel auf den andauernden Beschuss seines Territoriums durch radikale Palästinensergruppen in dem Küstengebiet.

Seit Beginn des blutigen Schlagabtauschs wurden laut dem Hamas- Gesundheitsministerium 96 Palästinenser getötet und mehr als 800 verletzt, darunter viele Kinder. Auch drei Israelis starben.

Bei der letzten Bodenoffensive starben 1400 Menschen

Israel trifft Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen. Die letzte liegt kaum vier Jahre zurück – auch sie sollte den Raketenbeschuss Israels durch Palästinensergruppen stoppen. Nach tagelangen Luftangriffen auf Stellungen der radikalislamischen Hamas rückte die israelische Armee am 3. Januar 2009 in den Gazastreifen ein.

Bei dem insgesamt dreiwöchigen Militäreinsatz «Gegossenes Blei» wurden nach UN-Angaben mehr als 1400 Palästinenser getötet, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Mehr als 6200 Häuser wurden zerstört. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben. Israels Armee drang bei der Offensive mit Soldaten, Panzern und Artillerie in den Gazastreifen vor. Die Truppen umzingelten die Stadt Gaza und lieferten sich in mehreren Vierteln tagelang Gefechte mit bewaffneten Palästinensern, gleichzeitig wurde das Stadtzentrum aus der Luft bombardiert. Bei den Gefechten wurden auch UN-Einrichtungen und Schulen getroffen.

Appelle der UNO, der EU-Länder und anderer Staaten nach einer Waffenruhe verhallten tagelang ungehört. Am 17. Januar 2009 verkündete Israel schliesslich eine einseitige Waffenruhe, tags darauf rief auch die Hamas zu einer Feuerpause auf. Die israelische Armee begann darauf mit dem Abzug.

Hamas wurde politisch gestärkt

Die israelische Offensive schwächte zwar die Hamas militärisch, doch wurde die Palästinenserorganisation letztlich politisch gestärkt. Nicht nur unter den Palästinensern, sondern auch bei anderen arabischen Völkern hat der Gaza-Konflikt mit seinen vielen zivilen Opfern den Menschen im Gazastreifen Sympathien eingebracht. Das erklärte Ziel, den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen dauerhaft zu unterbinden, erreichte Israel nicht.

Ein UN-Bericht warf Israel ebenso wie bewaffneten Palästinensergruppen mögliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der 22-tägigen Militäroffensive vor. Zu einer internationalen Untersuchung der Vorwürfe kam es jedoch nie.

SDA/ses

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