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Ermittler finden Khashoggis Laptop in Saudi-Diplomatenauto

Türkische Beamte haben gemäss dem Sender CNN Türk persönliche Gegenstände des getöteten Journalisten gefunden.

Türkische Polizei: Die Ermittlungen im Fall Khashoggi gehen weiter. (Video: Reuters)

Türkische Ermittler fanden CNN Türk zufolge bei der Durchsuchung eines saudiarabischen Diplomatenfahrzeugs in Istanbul persönliche Gegenstände von Jamal Khashoggi. In zwei Koffern in einem Fahrzeug des saudiarabischen Konsulates seien unter anderem ein Computer und Dokumente des getöteten Journalisten verstaut gewesen.

Die Beamten wurden bei der Durchsuchung auf einem Parkplatz im Stadtteil Sultangazi von saudiarabischen Experten begleitet. Die Durchsuchung wurde CNN Türk zufolge am Nachmittag unterbrochen und soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

US-Vizepräsident Mike Pence versicherte unterdessen, dass die Tötung Khashoggis nicht folgenlos bleiben werde. «Dieser brutale Mord an einem Journalisten, an einem unschuldigen Mann, an einem Regimekritiker, wird nicht ohne Reaktion der USA bleiben und, so denke ich, auch nicht ohne eine internationale Reaktion», sagte Pence an einer Tagung der «Washington Post», für die Khashoggi zuletzt geschrieben hatte.

USA drohen mit Konsequenzen

Pence nannte den Mord an Khashoggi einen barbarischen Akt und eine Tragödie für dessen Familie. «Es war auch ein Angriff auf eine freie und unabhängige Presse», sagte er. Die US-Regierung werde alles daran setzen, herauszufinden, was genau mit Khashoggi passiert sei.

Bilder: Der Fall Jamal Khashoggi

Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Jim Watson, AFP
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Erdem Sahin/EPA, Keystone
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US-Aussenminister Mike Pompeo sei in die Region gereist, und derzeit sei CIA-Chefin Gina Haspel in der Türkei, sagte Pence. Sobald sie zurück sei, werde sie US-Präsident Donald Trump und ihn über den Stand der Untersuchungen informieren. Und sobald alle Fakten auf dem Tisch lägen, werde Trump über Konsequenzen aus dem Fall entscheiden. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Pence.

Die Forderung der G7-Aussenminister

Die Aussenminister der G7-Staaten haben Saudiarabien gemeinsam zu weiterer Aufklärung im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi aufgefordert. Die bislang von Riad gebotenen Erklärungen liessen «noch viele Fragen unbeantwortet», hiess es in der am Dienstag vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Erklärung von Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) und seinen Kollegen aus der G7-Gruppe.

Saudiarabien müsse eine «glaubwürdige, transparente und zügige Untersuchung» ermöglichen und zulassen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden, forderten die Minister. Dass Saudiarabien den Tod Khashoggis eingeräumt habe, sei «ein erster Schritt in Richtung vollständiger Transparenz und Rechenschaft». Dies reiche aber noch nicht aus.

Die Aussenminister bekräftigten die Erwartung, dass das Königreich «uneingeschränkt» mit der Türkei bei der Klärung des Falls zusammenarbeite. Zudem müsse das Land «Vorkehrungen treffen, damit sichergestellt ist, dass so etwas nie wieder geschehen kann».

Der G7-Gruppe der grossen westlichen Industriestaaten gehören neben Deutschland noch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Grossbritannien und die USA an.

sda/afp/fal

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