Ein Kompromiss, dem weitere folgen müssen

Warum viele Sudanesen im Rest der Welt bisher viel zu wenig Anerkennung erhalten.

Demonstranten freuen sich in den Strassen Khartums über die gefundene Kompromisslösung. Foto: Mohamed Nureldin Abdallah (Reuters)

Demonstranten freuen sich in den Strassen Khartums über die gefundene Kompromisslösung. Foto: Mohamed Nureldin Abdallah (Reuters)

Kann man sich über den Friedensschluss im Sudan nun freuen – über den Kompromiss, den das Militär und die oppositionellen Demonstranten gefunden haben? Man kann zumindest froh sein, weil in den kommenden Monaten wohl nicht mehr auf Demonstranten geschossen wird und weil die junge Opposition bis zu den Wahlen in drei Jahren genug Zeit haben wird, sich zu organisieren. Man kann auch fragen, was der Kompromiss wert ist, der gefunden wurde: eine Übergangsregierung, in der Massenmörder mitreden, die keine Lust haben auf einen neuen freien Sudan. Aber anders geht es nicht: Ein Land wie der Sudan, der seit Jahrzehnten von der gleichen Elite in Grund und Boden regiert wird, lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen verändern. Zumindest nicht, solange das alte Regime noch in vielen Bereichen das Sagen hat.

Die Einigung auf eine gemischt militärisch-zivile Übergangsregierung ist ein schmerzhafter Kompromiss, dem weitere folgen werden. Den Demonstranten war von Anfang an klar, dass es nicht einfach wird, dass der Weg zum neuen Sudan ein langer ist. Sie haben aus dem Arabischen Frühling gelernt, der schnell in Resignation mündete. Vielleicht kommt es im Sudan anders, die Chance ist da. Viele Sudanesen haben dafür ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Diese afrikanischen Helden haben im Rest der Welt bisher viel zu wenig Anerkennung gefunden.

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