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Die Suche nach Chemiewaffen kann beginnen

Ein UNO-Inspektorenteam ist in Damaskus eingetroffen. Es wird an drei verschiedenen Orten untersuchen, ob im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt wurden.

chk
Die syrische Regierung sichert dem UNO-Team «völlige Kooperation» zu: Åke Sellström (rechts) trifft im Hotel ein. (18. August 2013)
Die syrische Regierung sichert dem UNO-Team «völlige Kooperation» zu: Åke Sellström (rechts) trifft im Hotel ein. (18. August 2013)
Reuters

Nach monatelangen Verhandlungen mit der syrischen Regierung sind Inspektoren der Vereinten Nationen in Damaskus eingetroffen, um Vorwürfe von Chemiewaffeneinsätzen im syrischen Bürgerkrieg zu prüfen.

Das 20-köpfige UNO-Team unter der Führung des schwedischen Fachmanns Åke Sellström wurde nach der Ankunft in Damaskus am Sonntag an Reportern vorbei in ein Fünfsternehotel gelotst. Die Experten sollen an drei Orten nach Hinweisen auf den Einsatz von Chemiewaffen suchen.

UNO-Team wird drei Orte inspizieren

Die Regierung von Präsident Bashar al-Assad und die Rebellen beschuldigen sich gegenseitig, chemische Kampfstoffe wie das Nervengas Sarin verwendet zu haben. Das Regime hatte lange darauf beharrt, die UNO-Experten nur Chan al-Assal inspizieren zu lassen, einen Vorort von Aleppo. Dort sollen oppositionelle Kämpfer angeblich Chemiewaffen gegen das Militär eingesetzt haben. Laut den Rebellen war die Regierung für den Angriff verantwortlich.

Nun soll das UNO-Team Chan al-Assal und zwei weitere Orte besuchen, an denen es angeblich zu Chemiewaffenangriffen gekommen ist. Experten und Diplomaten äusserten allerdings Zweifel, ob die Inspektoren angesichts der seit den mutmasslichen Zwischenfällen verstrichenen Zeit etwas finden. Ausserdem ist das Mandat der Mission begrenzt. So darf sie zwar über den Einsatz von Chemiewaffen berichten, nicht aber darüber urteilen, wer dafür verantwortlich war.

«Völlige Kooperation» zugesichert

Der stellvertretende syrische Aussenminister Faisal Mekdad sicherte den Inspektoren «völlige Kooperation» zu. Die Regierung werde ihnen alle verfügbaren Informationen bereitstellen, sagte er.

Westliche Staaten haben nach eigenen Angaben Beweise für Chemiewaffeneinsätze durch das Assad-Regime. Russland versicherte indes, es habe Belege für die Nutzung von Sarin durch die Rebellen. US-Präsident Barack Obama hatte die syrische Führung einst gewarnt, wenn sie Chemiewaffen verwende, würde sie damit eine «rote Linie» überschreiten.

(AP)

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