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Die ägyptische Armee schlägt zurück

Erneut sind ägyptische Grenzposten auf der Halbinsel Sinai Ziel blutiger Angriffe geworden. Die ägyptischen Streitkräfte setzten daraufhin Kampfflugzeuge und Kampfhelikopter ein und töteten 20 Kämpfer.

Erneuter Gewaltausbruch: Ein Mann geht am ausgebrannten Auto von Extremisten vorbei, die von ägyptischen Truppen getötet wurden. (12. August 2012)
Erneuter Gewaltausbruch: Ein Mann geht am ausgebrannten Auto von Extremisten vorbei, die von ägyptischen Truppen getötet wurden. (12. August 2012)
Reuters
Angespannte Lage: Der Grenzübergang von Rafah wird streng bewacht. (10. August 2012)
Angespannte Lage: Der Grenzübergang von Rafah wird streng bewacht. (10. August 2012)
Keystone
Der Ort des Geschehens: Die Sinai-Halbinsel trennt Ägypten und Israel.
Der Ort des Geschehens: Die Sinai-Halbinsel trennt Ägypten und Israel.
SDA
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Nur wenige Tage nach dem blutigen Anschlag auf ägyptische Grenzsoldaten sind in der Nacht auf heute erneut Soldaten auf der Halbinsel Sinai unter Beschuss geraten. Die ägyptischen Streitkräfte setzten daraufhin bei der Verfolgung Kampfflugzeuge und Kampfhelikopter gegen die unbekannten Angreifer ein.

Es ist das erste Mal seit dem Krieg gegen Israel 1973, dass die Streitkräfte in dem Gebiet Raketen eingesetzt haben. Die ägyptische Luftwaffe hat laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens dabei schliesslich mit einem Armee-Helikopter 20 feindliche Kämpfer getötet.

Koordinierte Angriffe

Zuvor waren mehrere Kontrollpunkte der ägyptischen Armee und Polizei in Al-Arish, der Hauptstadt der Provinz Nord-Sinai, beinahe zeitgleich aus vorbeifahrenden Autos beschossen worden, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Auch eine von der Armee kontrollierte Fabrik wurde beschossen. Dabei seien sechs Menschen verletzt worden – ein Offizier, zwei Soldaten, zwei Polizisten und eine Zivilperson.

Nach Berichten von Augenzeugen hatten Bewaffnete in den Geländewagen, von denen die Kennzeichen entfernt worden waren, das Feuer aus automatischen Waffen eröffnet. Die Sicherheitskräfte erwiderten das Feuer, woraufhin die Angreifer mit hoher Geschwindigkeit davonfuhren. Einheiten der Armee nahmen umgehend die Verfolgung auf.

Mursi bleibt Staatsbegräbnis fern

Erst am Sonntag hatten bewaffnete mutmassliche Islamisten auf der Halbinsel Sinai 16 ägyptische Soldaten in der Nähe des palästinensischen Gazastreifens getötet. Anschliessend waren mehrere Angreifer mit einem erbeuteten gepanzerten Fahrzeug nach Israel eingedrungen, wo sie vom israelischen Militär getötet wurden.

Der islamistische Staatspräsident Mohammed Mursi blieb gestern dem Staatsbegräbnis der getöteten ägyptischen Soldaten fern – aus Sicherheitsgründen, wie es hiess. Ministerpräsident Hischam Kandil wurde von einem aufgebrachten Mob an der Teilnahme gehindert.

Clinton sagt Unterstützung zu

Unter anderem aufgrund der unsicheren Lage auf der Sinai-Halbinsel haben die USA eine engere Zusammenarbeit mit Kairo bei der Terrorabwehr angekündigt.

US-Aussenministerin Hillary Clinton sicherte dem neuen ägyptischen Ministerpräsidenten Hescham Kandil Unterstützung zu für «die Bemühungen der ägyptischen Regierung, die Sicherheitslage in der Region zu verbessern».

Gewaltsamer Extremismus stelle eine Gefahr für Ägypten, die Nachbarn Ägyptens und auch für Amerikaner dar, sagte dazu der US-Aussenamtssprecher Patrick Ventrell. Die USA seien zudem der Sicherheit Israels verpflichtet.

SDA/ses

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