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Bis zu 500 Tote im Südsudan

Die Gewalt im Südsudan eskaliert: Kämpfe gegen Putschisten in den Reihen der Armee könnten bisher 500 Todesopfer gefordert haben. Der Konflikt verläuft offenbar entlang ethnischer Linien.

Rät, vorerst nicht nach Hause zu gehen: Der Informationsminister Micheal Makuei Lueth spricht zu Zivilisten, die aufs Uno-Gelände beim Flughafen von Juba geflohen sind. (17. Dezember 2013)
Rät, vorerst nicht nach Hause zu gehen: Der Informationsminister Micheal Makuei Lueth spricht zu Zivilisten, die aufs Uno-Gelände beim Flughafen von Juba geflohen sind. (17. Dezember 2013)
AFP

Die jüngsten Kämpfe im Südsudan haben UN-Diplomaten zufolge bis zu 500 Menschen das Leben gekostet. «Wir sind extrem besorgt. Es gibt offensichtlich einen hohen Blutzoll», sagte der französische UN-Botschafter Gerard Araud, der derzeit Präsident des Sicherheitsrats ist. Der Konflikt verlaufe «offenbar hauptsächlich entlang ethnischer Linien».

Vor den Kämpfen seien bis zu 20'000 Menschen in der Region in die UN-Zentrale in der Hauptstadt Juba geflohen, erklärte Araud am Dienstag. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Konfliktparteien zu einem sofortigen Ende der Gewalt auf.

Putschversuch

Die Eskalation ist laut Südsudans Präsident Salva Kiir Folge eines Putschversuch von Soldaten, die treu zu seinem Ex-Stellvertreter Riek Machar stünden. Nach einem Machtkampf hatte Kiir seinen Vize im Juli gefeuert. Machar übte offen Kritik am Staatschef, nannte ihn einen Alleinherrscher und kündigte eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl 2015 an.

Am vergangenen Sonntag sollen einige Soldaten ein Waffendepot der grössten Armeekaserne in Juba überfallen haben. Sie seien jedoch von loyalen Streitkräften zurückgedrängt worden, sagte Aussenminister Barnaba Marial Benjamin der Nachrichtenagentur AP. Seitdem ist in Juba immer wieder Geschützfeuer zu hören, Staatschef Kiir ordnete Ausgangssperre in der Hauptstadt an. Die Armee habe zehn Personen mit Verbindungen zum Putschversuch festgenommen, nach fünf weiteren werde noch gefahndet, teilte die Regierung mit. Auch Machar sei offenbar untergetaucht.

Die Suche nach dem flüchtigen Ex-Vize-Präsidenten, der vielen Bürgern als einer der Helden im brutalen Unabhängigkeitskrieg gegen den Sudan gilt, droht das ostafrikanische Land nun tiefer ins Chaos zu stürzen. In dem Konflikt stünden sich Soldaten von der grössten Volksgruppe der Dinka – der Präsident Kiir angehört – und Kämpfer des Nuer-Clans von Machar gegenüber, sagte Casie Copeland von der Denkfabrik International Crisis Group.

«Kämpfe zwischen Soldaten»

Zivilisten sind bei den Kämpfen nach Einschätzung der UN bislang nicht ins Visier geraten. Es handele sich vielmehr um «interne Kämpfe zwischen Soldaten», sagte UN-Botschafter Araud. In einer Erklärung aus dem Büro Bans hiess es allerdings, den Generalsekretär treibe die tiefe Sorge über «das Risiko gezielter Gewalt gegen bestimmte Gemeinschaften» um.

Ähnlich äusserte sich auch der UN-Sicherheitsrat. Die Regierung im Südsudan sei aufgerufen, «in den Dialog mit ihren Gegnern zu treten und Differenzen friedlich zu lösen, damit jegliche Ausbreitung der aktuellen Gewalt vermieden« werde, erklärte das höchste UN-Gremium.

Die USA forderten ihre im Südsudan lebenden Staatsbürger auf, das Land umgehend zu verlassen. Die Botschaft in Juba stellte ihre Arbeit vorübergehend ein.

SDA/rub

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