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Assad lässt sich zum Präsidenten wählen

Tausende Syrer haben ihre Unterstützung für Präsident Assad bekundet – allerdings nur in den von der Regierung kontrollierten Gebieten. Die Opposition bezeichnet die Wahl als Farce, ebenso das westliche Ausland.

9600 Wahllokale waren geöffnet: Bashar al-Assad und seiner Frau Ashma bei der Stimmabgabe.
9600 Wahllokale waren geöffnet: Bashar al-Assad und seiner Frau Ashma bei der Stimmabgabe.
AFP

In den von der syrischen Regierung kontrollierten Gebieten hat am Dienstag die umstrittene Präsidentenwahl stattgefunden. Die Wahlkommission verlängerte die Abstimmung wegen eines nach ihren Angaben hohen Wählerandrangs um fünf Stunden, so dass die Wahllokale erst um Mitternacht (Ortszeit, 23 Uhr MESZ) schlossen. Ergebnisse werden erst in einigen Tagen erwartet, eine weitere siebenjährige Amtszeit für Präsident Bashar al-Assad gilt aber als wahrscheinlich.

Rund 9600 Wahllokale waren nach Angaben der Wahlkommission in Damaskus und in von Regierungstruppen gehaltenen Regionen des Landes eingerichtet. Im weitgehend von den Rebellen kontrollierten Norden und Osten fand keine Wahl statt. Die syrische Opposition und einige westliche Staaten haben die Wahl als Farce bezeichnet.

Russland erklärte, die voraussichtliche Bestätigung Assads im Amt sollte kein Hindernis für neue Friedensverhandlungen sein. Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin forderte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon auf, schnell einen Nachfolger für den am 13. Mai zurückgetretenen Sondervermittler Lakhdar Brahimi zu berufen, um die Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Geschützfeuer und Explosionen

In Damaskus und anderen Städten waren Geschützfeuer und Explosionen zu hören, Kampfflugzeuge flogen über Damaskus. Mehrere Mörsergranaten schlugen in der Stadt ein, eine davon in der Nähe der Oper. Ansonsten verlief die Wahl aber weitgehend friedlich. Der seit drei Jahren andauernde Bürgerkrieg hat bislang schätzungsweise mehr als 160'000 Menschen das Leben gekostet, etwa ein Drittel davon waren Zivilisten.

Bei der Stimmabgabe ritzten sich einige der Wähler ihre Finger auf und stempelten ihre Wahlzettel mit ihrem Blut – ein symbolischer Akt der Loyalität und des Patriotismus. Andere verzichteten beim Ankreuzen des Stimmzettels auf den Gang hinter den Vorhang und wählten in der Öffentlichkeit, teilweise sogar vor laufenden Kameras.

Gegen Amtsinhaber Assad traten die zwei regierungsnahen Politiker Maher Hadschdscha und Hassan al-Nuri an. Beide waren in Syrien nur wenigen ein Begriff, bevor sie im April ihre Kandidatur angekündigten.

Wahl mit drei Kandidaten

Es ist die erste Wahl mit mehreren Kandidaten seit mehr als 40 Jahren. Bei den Wahlen Assads und seines vor ihm 30 Jahre herrschenden Vaters Hafes konnten die Menschen bisher lediglich mit Ja oder Nein über einen Kandidaten abstimmen. Mit einem Sieg kann Assad eine dritte siebenjährige Amtszeit antreten.

Insgesamt waren laut Innenministerium 15,8 Millionen Syrer stimmberechtigt. Tausende im Ausland lebende Bürger gaben bereits vergangene Woche ihre Voten ab. Doch viele der 2,7 Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge enthielten sich oder durften aufgrund des Wahlgesetzes ihre Stimme nicht abgeben.

(AP)

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