Zum Hauptinhalt springen

Arafats Leichnam wird exhumiert

Woran starb der Palästinenserführer? Die Untersuchung von Gewebeproben soll Gewissheit bringen. Um Mitternacht haben Experten mit der Exhumierung seiner Leiche begonnen.

Abgeschirmt vor der Öffentlichkeit: Die Grabstätte in Ramallah. (24. November 2012)
Abgeschirmt vor der Öffentlichkeit: Die Grabstätte in Ramallah. (24. November 2012)
AFP

In Ramallah hat in der Nacht die Exhumierung der Leiche des früheren palästinensischen Präsidenten Yassir Arafat begonnen. Die Untersuchung sei um Mitternacht Ortszeit aufgenommen worden, berichtete der Sender al-Jazeera auf seiner Website.

Experten aus der Schweiz, Frankreich und Russland wollten nach Angaben des Leiters des palästinensischen Ermittlerteams, Taufik Tiraui, Proben von Arafats Knochen nehmen. Noch am Dienstag sollte Arafat dann mit militärischen Ehren wieder beigesetzt werden, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Israel im Verdacht

Der Palästinenserführer war im November 2004 in einem Militärspital bei Paris im Alter von 75 Jahren gestorben. Die Todesursache konnte damals nicht zweifelsfrei geklärt werden. Seither hält sich bei vielen Palästinensern der Verdacht, der Erzfeind Israel habe den Widersacher vergiftet.

Dieser Verdacht verstärkte sich noch, als Schweizer Experten im Juli an der Unterwäsche Arafats, die er kurz vor seinem Tod getragen hatte, Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 fanden.

Analyse kann vier Monate dauern

Die schwierigen Exhumierungsarbeiten in dem weiträumig abgesperrten Mausoleum hatten schon vor zwei Wochen begonnen. Die sterblichen Überreste Arafats lagen unter Tonnen von Beton in vier Metern Tiefe begraben. Die dicke Betondecke war dafür vorgesehen, Schutz vor unbefugtem Zugriff zu bieten.

Die Arbeiter mussten sehr vorsichtig vorgehen und durften nur leichte Bohrmaschinen einsetzen, um dauerhaften Schaden an der Grabstätte zu vermeiden.

Die französische Justiz hatte im August Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet, nachdem Arafats Witwe Suha dort Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte.

Schweizer Experten hatten eine rasche Untersuchung der Leiche gefordert, weil sonst mögliche radioaktive Spuren im Knochengewebe Arafats wegen ihres raschen Zerfalls nicht mehr nachweisbar wären. Die Analyse könne bis zu vier Monate in Anspruch nehmen, hiess es.

SDA/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch