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Arafats Leichnam wieder begraben – Probe geht an Schweizer Labor

Palästinensische Ärzte haben Proben der sterblichen Überreste von Yassir Arafat genommen. Weil Arafats Leichnam nicht vollständig aus dem Grab entfernt werden konnte, gibt es nun keine erneute Bestattung.

Verdacht auf Giftmord: Die Todesursache von Yassir Arafat soll endlich geklärt werden. (Video: Reuters)

Wenige Stunden nach der Exhumierung sind die sterblichen Überreste des früheren palästinensischen Präsidenten Yassir Arafat wieder begraben worden. Zur Nachprüfung seiner Todesursache entnahmen Ärzte Proben, die jetzt von Experten in der Schweiz, in Frankreich und Russland untersucht werden.

Gemäss einem Bericht des Fernsehsenders al-Jazeera konnte Arafats Leichnam nicht vollständig aus dem Grab entfernt werden. Darum seien die Proben nicht wie geplant in einer nahe gelegenen Moschee entnommen worden, sondern vor Ort.

Die Experten aus der Schweiz, Frankreich und Russland flogen für die Exhumierung ins Westjordanland und wollten die Proben mit in ihre Heimatländer nehmen. Weitere Proben wurden in Arafats Schlafzimmer, in seinem Büro und von persönlichen Gegenständen genommen. Noch am (heutigen) Dienstag sollte Arafat dann mit militärischen Ehren wieder beigesetzt werden, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Schweizer Labor nährte Spekulationen über Ermordung

Ein Schweizer Labor hatte im Juli an Arafats Kleidung eine erhöhte Konzentration des radioaktiven Isotops Polonium 210 gemessen. Der Fund nährte lang gehegte Spekulationen, dass der im November 2004 in einem französischen Militärkrankenhaus gestorbene Politiker ermordet worden sein könnte. Arafat erlitt einen Schlaganfall. In den Wochen vor seinem Tod litt er jedoch an einer Krankheit, die nicht genau diagnostiziert wurde.

Die Exhumierung wird das Rätsel jedoch möglicherweise nicht lösen können. Polonium 210 zerfällt rasch. Einige Experten haben erklärt, es sei nicht klar, ob die entnommenen Proben für eine Untersuchung ausreichten.

sda/AFP/mw

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