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Angriff auf das US-Konsulat war offenbar ein Racheakt der Al-Qaida

Die Terrororganisation Al-Qaida reklamiert die Angriffe auf das US-Konsulat in Benghazi für sich – sie seien ein Racheakt für die Tötung der Nummer zwei der Organisation durch einen Drohnenangriff gewesen.

Hat seinen Stellvertreter verloren: Der Nachfolger Osama Bin Ladens, Ayman al Zawahiri, in der Videobotschaft. (11. September 2012)
Hat seinen Stellvertreter verloren: Der Nachfolger Osama Bin Ladens, Ayman al Zawahiri, in der Videobotschaft. (11. September 2012)
AFP

Der tödliche Angriff auf das US-Konsulat in Libyen war ein Racheakt für die Tötung der Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Qaida. Das erklärte die Gruppe Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) laut dem auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen SITE. Die Angriffe auf diplomatische Einrichtungen aus Protest gegen ein islamfeindliches Video dauerten heute an.

Laut SITE erklärte Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel, die Tötung des Al-Qaida-Vizechefs, des Libyers Abu Jahja al-Libi, im Juni in Pakistan habe die «Söhne von (Libyens Unabhängigkeitshelden) Omar al-Mochtar» erst richtig angefeuert und sich bei jenen rächen lassen, «die unseren Propheten angreifen».

Direkte Verantwortung für den Angriff, bei dem unter anderen der US-Botschafter Christopher Stevens getötet wurde, übernahm die Organisation nicht. Der Angriff erfolgte am 11. September – wegen der an diesem Tag im Jahr 2001 erfolgten Anschläge in den USA ein für Islamisten symbolisches Datum.

Tot der Nummer zwei in Pakistan

Am 10. September hatte Al-Qaida-Chef Aiman Al-Sawahiri, der die Führung des Netzwerks nach der Tötung Osama bin Laden durch ein US-Kommando im Mai 2011 übernommen hatte, per Video den Tod seines Stellvertreters durch eine Drohne in Pakistan erstmals bestätigt.

Der Chef der libyschen Volksversammlung, Mohammed al-Megarjef, sagte der Nachrichtenagentur AFP, an der Attacke auf das UN-Konsulat seien auch ausländische Kämpfer beteiligt gewesen. Der Angriff sei «geplant» gewesen und peinlich genau ausgeführt worden. Von offizieller US-Seite hiess es, die Angreifer hätten den Protest vor den Konsulat gegen den islamfeindlichen Film als «Vorwand» für ihre Attacke genutzt. In einer weiteren Botschaft rief Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel die Muslime, unter anderem im Westen, dazu auf, US-Interessenvertretungen anzugreifen.

Obama verteidigt US-Werte

Angesichts der Angriffe auf US-Einrichtungen in muslimischen Ländern pries Präsident Barack Obama die USA als Land der Freiheit. «Jedem wütenden Mob stehen Millionen entgegen, die sich nach der Freiheit und der Würde und der Hoffnung sehnen, für die unsere Flagge steht», sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Der UN-Sicherheitsrat erklärte, die Angriffe seien «nicht zu rechtfertigen».

Die Demonstrationen gegen das Internetvideo hielten unterdessen an, unter anderem in Ägypten und Tunesien sowie in Australien. Gestern wurden bei Protesten in Ägypten, Tunesien, dem Libanon und dem Sudan sowie weiteren Ländern mehrere Menschen getötet. Auch die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurde angegriffen und angezündet.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte dem Magazin «Foreign Policy»: «Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass diese Demonstrationen ausser Kontrolle geraten.» Das Pentagon schickte rund 50 Marineinfanteristen nach Libyen und etwa die gleiche Anzahl in den Jemen. Laut «Foreign Policy» erwägen die USA zudem, 50 Elitesoldaten in den Sudan zu entsenden. Das jemenitische Parlament lehnte die Präsenz von US-Marineinfanteristen vor der Botschaft in Sanaa ab.

(AFP)

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