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25 Millionen Dollar für den Kopf von Assad

Wer Bashar al-Assad «tot oder lebendig» der Opposition übergibt, soll laut der FSA grosszügig belohnt werden. Syrische Geschäftsleute stellen offenbar ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar zur Verfügung.

fko
«Wanted – Dead or Alive»: Ein syrisches Mädchen protestiert in Homs gegen Bashar al-Assad. (Juli 2012)
«Wanted – Dead or Alive»: Ein syrisches Mädchen protestiert in Homs gegen Bashar al-Assad. (Juli 2012)
Keystone

Syrische Geschäftsleute haben auf Staatschef Bashar al-Assad ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Ein Offizier der Freien Syrischen Armee (FSA) sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu in der Nacht zum Dienstag in Kairo, die Belohnung für die Ergreifung oder Tötung Assads solle Mitglieder der Führung zur Tat bewegen. Der Iran schlug vor, in das seit Monaten von Unruhen erschütterte Land Beobachter zu schicken.

Derjenige, der Assad «tot oder lebendig» der Opposition ausliefere, habe zwar mehr als 25 Millionen Dollar verdient, sagte der FSA-Kommandeur Ahmed Hicazi. Doch dies sei die Summe, die bisher zusammengetragen worden sei. Das Geld komme von syrischen Geschäftsleuten innerhalb und ausserhalb Syriens, die regelmässig die FSA unterstützten. Hicazi sagte, aus Angst um ihr Leben wollten die Geber nicht namentlich genannt werden.

Teheran will Beobachter in Syrien

In Kairo kamen am Montag erstmals die Aussenminister Ägyptens, der Türkei und des Iran zu Beratungen über den Konflikt in Syrien zusammen. Saudiarabien, das als viertes Land an der von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi angeregten Kontaktgruppe teilnehmen sollte, war nicht vertreten. Teheran schlug bei dem Treffen vor, regionale Beobachter nach Syrien zu entsenden.

Ansonsten beschlossen die drei Länder bei dem Treffen in Gegenwart des internationalen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi lediglich, ihre Gespräche fortzusetzen. Während die Türkei, Ägypten und Saudiarabien den Abtritt Assads fordern, steht der Iran weiter zum syrischen Präsidenten.

Brahimi besucht erstmals ein Flüchtlingslager

Brahimi besuchte am Dienstag ein Lager syrischer Flüchtlinge im Süden der Türkei. Der Gesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga sagte, er hoffe, Syrien werde bald Frieden finden, so dass die Flüchtlinge nach Hause zurückkehren könnten. Der Besuch im Lager Altinozu in der Stadt Hatay war Brahimis erster Besuch in einem Flüchtlingslager, seitdem er den Posten Anfang September übernahm.

Nach UNO-Angaben sind seit Beginn des Aufstands im März 2011 rund 250'000 Syrer ins Ausland geflohen, etwa 83'000 davon in türkische Lager.

Videokonferenz mit Oppositionellen

Auch mit den Kommandanten der FSA hat Brahimi nach Angaben von Aktivisten bereits gesprochen. Sie berichteten, der Algerier habe eine Videokonferenz mit den Anführern der Deserteure in Syrien abgehalten.

Brahimi habe für einen Waffenstillstand geworben und erklärt, die syrische Führung sei bereit zum Dialog. Der FSA-Kommandant in Aleppo, Oberst Abdel Dschabar al-Akaidi, habe jedoch erwidert: «Es gibt keinen Dialog mit Verbrechern.»

In der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo gab es laut Einwohnern in den Vierteln Bustan al-Kasr, Isaa und Sukkari heftige Kämpfe mit in den Vierteln verschanzten Rebellen. Die Regierungstruppen meldeten die Einnahme des seit Tagen umkämpften zentralen Viertels Midan. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete Gefechte mit mehreren Toten aus Orten um Aleppo, Damaskus, Deir Essor, Idlib und Homs. Laut der Beobachtungsstelle wurden am Montag landesweit 137 Menschen getötet, darunter 72 Zivilisten.

(AFP/sda)

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