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Im eigenen Bett geschlafen – und dafür Spesen kassiert

Die Glaubwürdigkeit von Sarah Palin ist angekratzt. Letzte Woche brüstete sie sich damit, gegen die Verschleuderung von Steuergeldern zu kämpfen. Nun wurde bekannt, dass sie dafür vom Staat reichlich Spesen bezog.

Steuerkasse nicht geschont: Sarah Palin bezog 19'000 Franken Spesen.
Steuerkasse nicht geschont: Sarah Palin bezog 19'000 Franken Spesen.
Keystone

Da hat Sarah Palin den Mund wohl zu voll genommen: Letzte Woche prahlte die republikanische Kandidatin für das Vizepräsidentenamt, als Gouverneurin von Alaska die Verschleuderung von Steuergeldern bekämpft zu haben. Sich selber hat sie davon aber offenbar ausgenommen: Palin hat in den ersten 19 Monaten im Amt Reisespesen für insgesamt 312 Tage bezogen, obwohl sie die Nächte in ihrem Haus in Wasilla verbrachte und im nahen Anchorage arbeitete. Das berichtet die «Washington Post» Die Spesen sind eigentlich dazu gedacht, Nebenkosten abzugelten, die der Gouverneurin auf Reisen entstehen.

Palin hat dem Staat zudem die Reisekosten für ihre Kinder verrechnet, wenn sie diese auf ihre offiziellen Touren durch Alaska mitnahm. Auch ihr Mann Todd hat die Staatskasse belastet: Für offizielle Reisen, die er im Auftrag seiner Frau unternahm, stellte er eine Spesenrechnung. Palin alleine hat so rund 19'000 Franken bezogen. Zum Vergleich: Im Jahr verdient sie über 140'000 Franken.

Möglich ist dies nur dank einem kleinen Kniff: Laut Gesetz sind die Spesenbezüge legal, weil sich der offizielle Arbeitsort von Palin in Juneau befindet, der Hauptstadt von Alaska. Arbeitet Palin aber in Anchorage und kehrt am Abend in ihr Haus nach Wasilla zurück, arbeitet sie demnach auswärts. Für ihren Mann Todd und ihre Kinder bezog sie laut «Washington Post» rund 49'000 Franken. Von offizieller Seite hat Palin nun Rückendeckung bekommen: «Die Ausgaben von Sarah Palin sind nicht unüblich», sagte eine Sprecherin der Regierung von Alaska.

Knatsch um Brücken

Bereits in den letzten Tagen hagelte es Kritik an Sarah Palin: Sie hat vor ihrer Nominierung zur Kandidatin für das Vizepräsidentenamt ein Brückenprojekt in Anchorage unterstützt, das auf über 1 Milliarde Franken veranschlagt wurde. Erst als sich abzeichnete, dass die Bundesregierung die Kosten nicht übernehmen wird, liess sie das Projekt überprüfen. Ihr wurde darauf vorgeworfen, sich nicht wirklich um die Verschleuderung von Bundes-Steuergeldern zu kümmern, wie sie ständig behauptet. Die Brücke über die Knik-Bucht würde die Fahrt von Anchorage ins Matanuska-Susitna-Tal – dem Wohnort von Palin – um eine Stunde verkürzen.

Auch ein zweites Brückenprojekt in Alaska wirft ein schlechtes Licht auf Palin. Sie behauptet, gegen den Bau der mit Steuergeldern finanzierten, jedoch überflüssigen Ketchikan-Brücke eingetreten zu sein – obschon klar nachgewiesen wurde, dass die Gouverneurin dem Vorhaben zuerst zugestimmt und sich erst später von dem Bau distanziert hatte. Die 400 Millionen Franken teure «Brücke nach Nirgendwo» hätte das 14'000-Seelen-Städtchen Ketchikan mit der Insel Gravina verbinden sollen, auf der gerade mal 50 Personen leben.

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