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Wie sich Prinz Charles in die Politik einmischt

Ausrüstung der Armee, Jagd auf Dachse oder Schutz von Albatrossen: Briefe von Prinz Charles an die britische Regierung zeigen, dass der 66-jährige Thronfolger sich in politische Fragen einmischt.

Einflussreicher Thronanwärter: Prinz Charles. Bild: Twitter / i100 (13. Mai 2015)
Einflussreicher Thronanwärter: Prinz Charles. Bild: Twitter / i100 (13. Mai 2015)

Nach einem zehn Jahre langen Rechtsstreit wurden heute Prinz Charles Mitteilungen an Minister und den früheren Premierminister Tony Blair veröffentlicht. Kritiker bemängeln, dass er damit seine Position als künftiger König ausnutze und das Neutralitätsgebot eines Monarchen verletze.

Ein Statement seines Büros widersprach dieser Darstellung: Der Prinz spreche stets Themen von öffentlichem Interesse an. Er versuche lediglich, Dinge, die an ihn herangetragen wurden, weiterzuleiten. Für die Herausgabe der Briefe hatte der «Guardian» gegen den erbitterten Widerstand vor allem der Regierung gekämpft.

Prince Charles «black spider memos»: Was beinhalten sie? Video: Guardian (13. Mai 2015)

Tipps zu Landwirtschaft und Armee

In einem Brief an Blair fasste Charles ein zuvor geführtes mündliches Gespräch mit dem Regierungschef zusammen. In dem Schreiben forderte er die Regierung auf, die Streitkräfte mit funktionierenden Kampfhelikoptern auszurüsten.

«Ich fürchte, dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass unsere Soldaten um einen extrem herausfordernden Job gebeten werden, ohne die nötige Ausrüstung dafür zu haben.»

Prince Charles 2004

Blair hatte zuvor britische Soldaten in den Irak geschickt. In anderen Passagen macht sich Charles, der selbst eine grosse Biofarm betreibt, Gedanken über die Zukunft der Landwirtschaft.

Bergbauern müssten subventioniert werden, fordert er etwa. Rinderzüchter müssten Zugang zu den entsprechenden Rassen bekommen. Ausserdem müssten Bauern im Marketing ausgebildet werden, wenn sie überleben wollten.

Insgesamt zehn Briefe

Insgesamt wurden zehn Brief veröffentlicht, die Charles an Mitglieder der Regierung geschrieben hatte. 14 weitere sind Antworten der Regierung. Bei dreien handelt es sich um Briefwechsel zwischen Privatsekretären.

Sie waren aber nicht – wie zuvor häufig berichtet – handschriftlich verfasst worden. Lediglich Anrede und Unterschrift sind mit schwarzer Tinte und in der für Charles typischen Handschrift verfasst, der seine Briefe den Beinamen «Black Spider Memos» zu verdanken haben. Die Briefe wurden vor der Veröffentlichung zum Teil redigiert.

SDA/pst

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