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Wahl des neuen UMP-Chefs verzögert sich

Die Konservativen in Frankreich müssen weiter auf das Ergebnis der Wahl ihres neuen Parteichefs warten. Die Wahlkommission hat die Auszählung der Stimmen ausgesetzt. Im Moment gebe es noch keinen Sieger, hiess es.

«Soeben zum Parteichef gewählt»: Sowohl Jean-François Copé...
«Soeben zum Parteichef gewählt»: Sowohl Jean-François Copé...
Reuters
...als auch sein Konkurrent François Fillon erklären sich zu Wahlsiegern. (18. November 2012)
...als auch sein Konkurrent François Fillon erklären sich zu Wahlsiegern. (18. November 2012)
AFP
Kopf-an-Kopf-Rennen um den Chefposten: Der UMP-Parteihauptsitz in Paris. (18. November 2012)
Kopf-an-Kopf-Rennen um den Chefposten: Der UMP-Parteihauptsitz in Paris. (18. November 2012)
Reuters
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Bei der Wahl eines neuen Parteichefs des französischen Konservativen ist es zu Verzögerungen gekommen. Die Wahlkommission setzte die Auszählung der Stimmen am frühen Morgen nach Auswertung von rund 50 Prozent der abgegebenen Stimmen aus. «Im Moment gibt es noch keinen Sieger», sagte der Präsident des Gremiums, Patrice Gélard. Die Auszählung sollte den Angaben zufolge am Morgen fortgesetzt werden.

«Ich warte gelassen, dass die Wahlkommission dies bestätigt», sagte Jean-François Copé dem Sender BFMTV-RMC. Der 48-Jährige erhob erneut den Vorwurf des Betrugs in Wahlbüros in Paris sowie im Süden des Landes. Zuvor hatten sich auch der frühere Regierungschef François Fillon zum Siegern erklärt.

Fillon zeigte sich schockiert angesichts der Probleme bei der Auswertung der Wahl und kritisierte die Organisation des parteiinternen Urnengangs als problematisch. Sowohl Anhänger von Fillon als auch von Copé sprachen überdies von Unregelmässigkeiten in einigen Wahlbüros.

Ein knappes Rennen

Die 300'000 Mitglieder der bürgerlich-rechten Union für eine Volksbewegung, UMP (Union pour un Mouvement Populaire), hatten die Wahl zwischen Ex-Premierminister François Fillon und dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden Jean-François Copé.

«Die Mitglieder der UMP haben mich soeben zu ihrem Parteichef gemacht», sagte Jean-François Copé laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DAPD am späten Abend. «Ich habe knapp gewonnen», liess aber auch sein Konkurrent François Fillon verlauten.

Es zeichnete sich denn auch ein knappes Rennen ab: Nach Auszählung von rund 60'000 Stimmen sahen die Anhänger Copés ihren Kandidaten mit einem Vorsprung von rund 1000 Stimmen vorn. Aber auch die Anhänger Fillons sprachen von 51,1 Prozent, die ihr Kandidat nach einer Teilauszählung erhalten habe. Die endgültige Bekanntgabe des Ergebnisses wurde am späten Abend erwartet.

Lange Schlangen vor Wahllokalen

Das Misstrauen zwischen den beiden Kandidaten war im Vorfeld so gross, dass in den Wahllokalen besondere Vorkehrungen getroffen wurden, um Wahlfälschungen zu verhindern. Die Wahlbeteiligung war hoch, vor einigen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen.

Mit der Wahl zum Parteichef buhlten die beiden Politiker auch um die Nachfolge von Nicolas Sarkozy als Spitzenkandidat für die Präsidentenwahl 2017. Der 58-jährige Fillon und der zehn Jahre jüngere Copé rivalisieren seit Jahren um die Sarkozy-Nachfolge. Ihr Duell um den Parteivorsitz war ungewöhnlich aggressiv und gekennzeichnet von persönlichen Attacken.

Erstmals zwei Kandidaten

Erstmals hatten die Mitglieder der 2002 gegründeten UMP die Wahl zwischen zwei Kandidaten. In den Vorjahren waren sowohl Alain Juppé als auch Nicolas Sarkozy jeweils unangefochten gewesen. Der Parteichef wird für die nächsten drei Jahre gewählt.

Die UMP stellte von ihrer Gründung bis dieses Frühjahr mit Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy den Staatspräsidenten. Der neue Parteichef hat gute Chancen, den sozialistischen Staatspräsidenten François Hollande in fünf Jahren herauszufordern – es sei denn, Sarkozy würde sich wieder zurückmelden. Rund 64 Prozent der UMP-Anhänger wünschen sich, dass Sarkozy 2017 erneut für das höchste Staatsamt antritt.

Wahlkampf bis zuletzt

Bis zuletzt hatten Copé und Fillon um jede Stimme gekämpft. Noch am Samstag verschickte Copé Botschaften an die Parteimitglieder, in denen er eine «Rechte ohne Komplexe» verspricht, die konstruktiv und energisch gegen eine Linke kämpfen werde, die Frankreich zerstöre.

Fillon schrieb wenige Stunden vor Beginn der Abstimmung am Sonntagmorgen in einem E-Mail: «Wer kann am ehesten die Franzosen in der UMP vereinen? Wer kann uns und Frankreich gewinnen lassen?»

Copé gilt als weiter rechts stehend als Fillon. Beide Kandidaten sind gegen bedeutende Regierungsprojekte der Sozialisten wie die Homo-Ehe oder das Kommunalwahlrecht für Ausländer. In Umfragen geniesst Fillon wesentlich höhere Popularität im Volk und in der Partei.

sda/dapd/fko/wid

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