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Verletzte bei Blockupy-Demonstration

Tausende Blockupy-Aktivisten zogen vor die Europäische Zentralbank in Frankfurt um gegen die Krisenpolitik der EU zu demonstrieren. Während der Kundgebung kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei.

In Frankfurt kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten: Polizisten tragen einen Aktivisten weg. (1. Juni 2013)
In Frankfurt kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten: Polizisten tragen einen Aktivisten weg. (1. Juni 2013)
Reuters

Bei der kapitalismuskritischen Blockupy-Demonstration in Frankfurt am Main ist es zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Kurz nach Beginn des Protestzugs trennte die Polizei am Mittag einen Teil der Demonstranten vom Rest des Zugs und kesselte sie ein.

Die Eingekesselten hatten nach Polizeiangaben gegen Auflagen verstossen und Beamte angegriffen. Die Beamten gingen mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen einzelne Demonstranten vor. Den Angaben zufolge wurden auf beiden Seiten Personen verletzt. Festnahmen habe es jedoch bislang nicht gegeben.

Der Protestzug geriet mehrere Stunden lang ins Stocken. Es begann ein Nervenkrieg über die Bedingungen für eine Fortsetzung des Marschs, der auch in die Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) führen sollte. Beide Seiten machten sich gegenseitig für die angespannte Situation verantwortlich.

Die Gesamtzahl der Teilnehmer wurde unterschiedlich angegeben: Laut Blockupy waren mehr als 20'000 Demonstranten unterwegs und etwa 1000 eingekesselt, die Polizei sprach von 7000 Teilnehmern und 200 bis 400 Eingekesselten.

Demonstranten mit «Passivbewaffnung»

Die von der Polizei gestoppten Demonstranten - darunter mehrere hundert Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks - hatten sich vermummt, trugen «Passivbewaffnung» wie Schilde und spitze Stöcke mit sich und hatten Seile an den Rändern des Zugs gespannt, die ein Eindringen von Polizisten in die Gruppe erschweren sollte. Feuerwerkskörper und Farbbeutel flogen in Richtung der Einsatzkräfte, vereinzelt wurden Rauchbomben gezündet.

Die Eingekesselten erklärten sich nach eigenen Angaben schliesslich bereit, von der Polizei beanstandete Gegenstände zurückzulassen. Doch die Polizeileitung habe darauf bestanden, bei ihnen Leibesvisitationen und Gepäckkontrollen vorzunehmen, hiess es.

Organisatoren sprechen von «Schikane»

Die Blockupy-Organisatoren wiesen die Forderung zurück und sprachen von «Schikane». «Die Strategie der Polizei ist offensichtlich: Sie will eskalieren», erklärte Blockupy-Sprecher Roland Süss. Die Polizeiführung in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden habe jede Kooperation abgelehnt, kritisierte er.

«Alles deutet darauf hin, dass diese Eskalation von der Polizeiführung in Wiesbaden von langer Hand vorbereitet worden und der Kessel an dieser Stelle von vornherein geplant worden ist», zeigte sich Blockupy-Sprecherin Ani Diesselmann überzeugt.

Gegen EU-Krisenpolitik

Dabei hatte am Samstagmittag alles zunächst friedlich begonnen. Tausende Menschen versammelten sich in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs, um durch die Stadt der Banken zu ziehen und vor allem gegen die EU-Krisenpolitik und die damit verbundenen harten Sparauflagen für die Euro-Krisenländer zu protestieren.

Bereits am Freitag hatten Tausende Blockupy-Anhänger Teile der Frankfurter Innenstadt lahmgelegt. Kapitalismuskritiker hatten bei strömendem Regen die Zugänge zur EZB blockiert. Hunderte Beamte mit Schutzschilden und Helmen hatten das Gebäude abgeriegelt. Einige Aktivisten campieren schon seit Tagen am Stadtrand.

Ausnahmezustand im Mai 2012

Vor einem Jahr hatten die ersten Blockupy-Proteste für einen tagelangen Ausnahmezustand in Frankfurt gesorgt. Bis auf eine Grossdemonstration waren im Mai 2012 aus Sorge vor Ausschreitungen alle Aktionen verboten worden.

Der Name «Blockupy» leitet sich ab von den englischen Verben to block (blockieren) und to occupy (besetzen) - und dort wiederum von der so genannten Occupy-Bewegung. Im Oktober 2011 hatte diese mit «Occupy Wall Street» in New York ihren Anfang genommen.

SDA/kpn

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