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Ukip hetzt mit Migranten gegen Migranten

Britische Rechtspopulisten lassen telefonisch für den Brexit und gegen eingewanderte Arbeitskräfte werben. Am Apparat sind Ausländer.

Will die Einwanderung steuern: Ukip-Spender Aaron Banks.
Will die Einwanderung steuern: Ukip-Spender Aaron Banks.
leave.eu

Die britische Partei Ukip will mit einer Kampagne den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union erreichen. Die rechtspopulistische Partei wirbt unter anderem übers Telefon für ihr Anliegen. Die Angestellten des Call-Centers erzählen den Menschen am anderen Ende der Leitung, dass schlecht ausgebildete Arbeitskräfte aus dem Ausland den britischen Bürgern die Jobs wegnehmen würden und der sogenannte Brexit der einzige Ausweg aus dieser Situation sei.

«Keine Affinität zu Franzosen, Deutschen oder Spaniern»

Das Paradoxe daran: Ukip hat für die Jobs im Callcenter selbst Migranten aus Europa angeheuert. Arron Banks, der die Kampagne zum Grossteil finanziert und den Betrieb im Callcenter überwacht, sieht darin kein Problem: «Ich fühle keine Affinität zu Franzosen, Deutschen oder Spaniern. Ich würde viel lieber meine eigenen Freunde und Verwandten beschäftigen», sagt er zur britischen Zeitung «The Guardian».

Einer der Angestellten ist der 36-jährige Rudolph Svat aus der Slowakei. Banks, der nicht wusste, aus welchem Land Svat kommt, scherzte bei einem Besuch der Zeitung: «Wir werden dich auch nach dem 23. Juni (dem Tag des Referendums) noch weiter beschäftigen, keine Sorge.» Ein Austritt Grossbritanniens aus der EU würde jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit bedeuten, dass die Arbeitgeber nicht mehr automatisch gering qualifizierte Arbeitnehmer von ausserhalb des Landes einstellen könnten.

«Es kann nicht unbegrenzt sein»

Svat steht dennoch hinter der Kampagne. «Es wird grössere Kontrollen und Grenzen geben, das ist aber keine schlechte Sache», so der Slowake. «Ich sehe Menschen aus meinem eigenen Land, die hierher kommen und nicht arbeiten. Ich denke, das ist nicht in Ordnung», sagte er zum «Guardian».

Er wolle die Einwanderung nicht stoppen, sondern lediglich steuern, argumentiert Banks. «Es kann nicht unbegrenzt sein.» Es sollen nur die Leute kommen, welche einen Mehrwert für die Wirtschaft darstellten, so seine Vorstellung.

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