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Turbulenzen nach Brexit-Votum: Franken legt zu

Das Votum für einen EU-Austritt Grossbritanniens hat an den Devisenmärkten und Börsen in Fernost zu Turbulenzen geführt: Anleger warfen Pfund Sterling und Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots - und flohen unter anderem in den Franken.

Brexit-Zeitplan bleibt auch nach Gerichtsurteil unverändert: PremierministerinTheresa May, hier während ein Pressekonferenz in London. (2. November 2016)
Brexit-Zeitplan bleibt auch nach Gerichtsurteil unverändert: PremierministerinTheresa May, hier während ein Pressekonferenz in London. (2. November 2016)
Keystone
Die Kläger argumentierten, dass das Ergebnis des Referendums über den EU-Austritt rechtlich nicht bindend sei: Brexit-Gegner demonstrieren vor dem High Court in London.
Die Kläger argumentierten, dass das Ergebnis des Referendums über den EU-Austritt rechtlich nicht bindend sei: Brexit-Gegner demonstrieren vor dem High Court in London.
AP Photo/Frank Augstein, Keystone
Politische Verkehrsführung: Die Wegweiser zu den Wahllokalen sind nicht zu übersehen. Hier in Westlondon. (23. Juni 2016)
Politische Verkehrsführung: Die Wegweiser zu den Wahllokalen sind nicht zu übersehen. Hier in Westlondon. (23. Juni 2016)
Toby Melville, Reuters
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Seit sechs Uhr am Morgen, als der britische TV-Sender BBC den Sieg des Brexit-Lagers verkündete, kostet der Euro meist leicht weniger als 1.07 Franken. Die Schweizer Währung kletterte auf den höchsten Stand seit August 2015. Auch zum Pfund, das auf den tiefsten Stand seit drei Jahrzehnten fiel, legte der Franken deutlich zu. Bereits in den Wochen vor der Abstimmung hatte der Franken zugelegt.

Gut möglich ist, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) in den Markt eingreift. SNB-Präsident Thomas Jordan hatte Interventionen am Devisenmarkt angekündigt, sollte es rund um die Abstimmung zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen. Notfalls hatte er auch eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen.

Die SNB wollte sich zunächst nicht zu der Abstimmung äussern. Sie warte das finale Ergebnis ab, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Teureres Gold

Am Devisenmarkt stürzte das Pfund Sterling am Freitag um mehr als zehn Prozent auf 1,3304 Dollar ein - das war der tiefste Stand seit September 1985. Der absehbare Sieg der Brexit-Befürworter hat auch den Euro einbrechen lassen: Der Euro brach um 4,1 Prozent auf 1,0914 Dollar ein - der grösste Kursrückgang in der Geschichte der Gemeinschaftswährung.

Auch der Preis für Gold - wie der Franken ein sicherer Hafen - legte deutlich zu. Zuletzt notierte der Goldpreis mit fast fünf Prozent Plus auf dem höchsten Stand seit August 2014.

Das Votum hat auch die Kurse der britischen Banken einbrechen lassen. An der Börse in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, wo einige der Finanzwerte gehandelt werden, ging es am Freitag prozentual zweistellig abwärts.

HSBC-Aktien verloren bis zu 11,3 Prozent - das ist der heftigste Verlust seit sieben Jahren und damit den Zeiten der Finanzkrise. Die Papiere des Versicherers Prudential knickten um bis zu 11,1 Prozent ein und die Aktien des Finanzkonzerns Standard Chartered sogar um bis zu 12,5 Prozent. An den Vortagen hatten sich Bankaktien in Erwartung eines britischen Verbleibs in der EU deutlich erholt.

Börsen in Fernost tiefer

An den Börsen in Ostasien und Australien kam es am Freitag zur Talfahrt. Nach einem Auf und Ab am Morgen, notierte der Nikkei-Index in Tokio gegen Mittag rund 3 Prozent niedriger bei 15'742 Punkten. Der südkoreanischen Kospi gab bis zum Mittag ebenfalls kräftig nach und notierte bei 1925 Punkten ebenfalls rund 3 Prozent schwächer.

Angst vor einem Brexit machte sich auch an den Märkten in Australien breit, wo der S&P/ASX 200-Index mit 5117 Punkten 3,1 Prozent schwächer notierte. Relativ moderat fielen die Verluste zunächst in China aus. Der Composite Index in Shanghai lag bei 2857 Punkten 1,19 Prozent schwächer.

SDA/chh

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