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Türkische Hacker-Gruppe greift Österreich an

Das österreichische Aussenministerium ist erneut Ziel eines Cyberangriffs geworden. Die Attacke reiht sich in eine Serie von Angriffen auf öffentliche Websites ein.

Er werde sich durch die Hackerangriffe nicht von seiner Türkei-Politik abbringen lassen: Aussenminister Sebastian Kurz (ÖVP) anlässlich einer Sitzung des Ministerrates in Wien. (7. März 2017)
Er werde sich durch die Hackerangriffe nicht von seiner Türkei-Politik abbringen lassen: Aussenminister Sebastian Kurz (ÖVP) anlässlich einer Sitzung des Ministerrates in Wien. (7. März 2017)
Helmut Fohringer/APA, Keystone

Türkische Hacker haben nach Angaben der österreichischen Regierung erneut die Website des Aussenministeriums in Wien angegriffen. Aussenamtssprecher Thomas Schnöll sagte, die Homepage sei für mehrere Minuten offline gewesen.

Hinter dem Angriff soll gemäss Schnöll die türkische Hacker-Gruppe «Aslan Neferler Tim» stecken. Die gleiche Gruppe hat sich bereits zu Cyberangriffen auf das Parlament, das Verteidigungsministerium sowie das Aussenministerium Ende letzten Jahres bekannt. Auf Facebook prahlt die Gruppierung auch dieses Mal und teilt verschiedene Zeitungsartikel über den Angriff.

Simple Angriffsvariante

Bei den Angriffen handelte es sich bislang um sogenannte «Distributed Denial of Service»-Attacken, bei denen Server mit Tausenden von Anfragen in die Knie gezwungen werden. Solche DDoS-Attacken sind populär, weil sie technisch sehr simpel zu bewerkstelligen sind.

Bei dieser Angriffsvariante erfolgt kein Eindringen ins Ziel-Netzwerk – es sei denn, beim Angriff kommen nicht noch andere Methoden zum Einsatz. Ob es sich auch bei der neusten Attacke um einen DDoS-Angriff handelte, ist noch unklar.

Kurz hält an Türkei-Politik fest

Die Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei sind zurzeit wegen des Streits um Wahlkampfauftritte türkischer Minister im Ausland äusserst angespannt. Bundeskanzler Christian Kern und Aussenminister Sebastian Kurz haben sich dagegen ausgesprochen, dass türkische Regierungsvertreter im Auftrag von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Österreich für ein Präsidialsystem werben darf. Mitte April wird darüber in der Türkei ein Referendum abgehalten.

Schnöll sagte, Kurz werde sich durch die Hackerangriffe vom Montag nicht von seiner Türkei-Politik abbringen lassen. In Österreich leben Hunderttausende Türken, viele von ihnen besitzen die doppelte Staatsbürgerschaft.

AP/mch

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