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Theresa Mays Berater geben Rücktritt bekannt

Zwei der wichtigsten Mitarbeiter Mays haben nach der Wahlschlappe ihre Ämter niedergelegt. Die Tories sollen zudem bereits über Mays Absetzung reden.

Immer mehr kehren May den Rücken: Nick Timothy und Fiona Hill vor haben ihre Ämter niedergelegt. (Video: Tamedia/AFP)

Nach der Wahlschlappe der Konservativen in Grossbritannien sind die beiden wichtigsten Vertrauten und Berater von Premierministerin Theresa May zurückgetreten.

«Ich übernehme die Verantwortung für meinen Anteil an diesem Wahlkampf, der die Aufsicht über unser politisches Programm war», schrieb der bisherige Stabschef Mays, Nick Timothy, heute in einem Blog der Tories. Er habe seinen Job als Ratgeber bereits am Vortag aufgegeben. Wie ein Sprecher der Partei mitteilte, trat auch Co-Stabschefin Fiona Hill zurück.

Seit der Wahl, in der die Konservativen ihre Regierungsmehrheit im Unterhaus verloren, hatten viele Tories die beiden heftig kritisiert und ihren Rücktritt gefordert. Insbesondere Timothy gilt als verantwortlich für einen der grössten Missgriffe im Wahlkampf: Den Plan für eine Reform der Pflege-Finanzierung, die als «Demenzsteuer» gebrandmarkt wurde und die Premierministerin zu einer politischen Kehrtwende mitten im Wahlkampf zwang.

Konservative diskutieren über Mays Absetzung

Britischen Medien zufolge planen konservative Politiker sogar Theresa Mays Absetzung. Nach einem Bericht des «Telegraph» eruieren Parteimitglieder wie Aussenminister Boris Johnson, Innenministerin Amber Rudd und Brexit-Minister David Davis, ob sie als Regierungschefin ersetzt werden sollte.

Der «Sun» zufolge wollen hochrangige Mitglieder zwar definitiv einen anderen Premier. Ein Sturz der Regierungschefin solle jedoch erst frühestens in sechs Monaten herbeigeführt werden, da sonst Labour-Chef Jeremy Corbyn an die Macht kommen könnte.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus Tory-Kreisen erfahren, May werde vorerst ihren Posten behalten.

«Sehen, wie es läuft»

Führende konservative Politiker wollten sich öffentlich nicht auf die Zukunft Mays festlegen lassen. Es sei unmöglich zu sagen, ob sie Ende des Jahres noch Regierungschefin sein werde, sagte etwa der Abgeordnete David Jones der BBC. «Theresa May ist sicherlich die stärkster Anführerin, die wir im Moment haben.»

Sein Kollege Owen Paterson erklärte, man «muss sehen, wie es läuft». Er wies darauf hin, dass die Gespräche über den geplanten EU-Austritt Grossbritanniens in wenigen Tagen beginnen sollen.

Die «Times» schrieb, May stehe «vor dem Abgrund». Das Land sei «faktisch führungslos» und «so gut wie unregierbar».

May wollte sich durch die vorgezogene Wahl ein noch stärkeres Mandat für die EU-Gespräche einholen. Stattdessen verloren ihre Konservativen die absolute Mehrheit im Unterhaus und sind nun auf die Zusammenarbeit mit einer kleineren Partei angewiesen. Grossbritannien dürfte damit geschwächt in die Brexit-Verhandlungen gehen.

(SDA)

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