Zum Hauptinhalt springen

Supermarkt-Einsturz bringt Premier zu Fall

Valdis Dombrovskis war Lettlands am längsten amtierender Ministerpräsident. Jetzt tritt er wegen des schweren Unglücks mit über 50 Toten zurück. Der Zerfall der Regierung dürfte folgen.

Rücktritt: Lettlands Premier Valdis Dombrovskis. (Archiv)
Rücktritt: Lettlands Premier Valdis Dombrovskis. (Archiv)
Reuters

Der lettische Regierungschef Valdis Dombrovskis ist zurückgetreten. Er übernahm damit die politische Verantwortung für den Einsturz des Daches in einem Supermarkt in Riga vor einer Woche, bei dem 54 Menschen ums Leben kamen und mindestens 40 verletzt wurden. Dombrovskis war der am längsten amtierende Ministerpräsident Lettlands. Der Rücktritt dürfte zum Zerfall der Regierung führen. Präsident Andris Berzins kann Dombrovskis Antrag ablehnen oder annehmen. Wenn er die Entscheidung billigt, muss er einen Übergangsministerpräsidenten einsetzen, der ein neues Kabinett bilden muss.

Für das baltische Land ist der Dacheinsturz die grösste Tragödie seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991. Bis Montag galt eine dreitägige Staatstrauer. Die Polizei leitete Ermittlungen zu den Ursachen ein. Spekuliert wurde, dass Baumängel oder der Ausbau des Gras- und Kiesdachs des Gebäudes zu einem Garten und Spielplatz Auslöser für die Tragödie waren. Auch über Korruption wurde spekuliert.

Der Finanzexperte Dombrovskis kam 2009 an die Macht, als Lettlands Wirtschaft in einer tiefen Rezession steckte. Als Ministerpräsident leitete er eine entschlossene Sparpolitik ein, setzte Steuererhöhungen durch und brachte wichtige Strukturreformen auf den Weg, die der Internationale Währungsfonds von dem Land verlangte. Damit bewahrte er das Land nach Meinung vieler Unterstützer vor dem Bankrott.

SDA/ami

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch