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Stocker zieht sich zurück

Nach seiner Nichtwahl an dessen Spitze verlässt Thomas Stocker den UNO-Klimarat und konzentriert sich auf seine Forschung an der Uni Bern.

Keystone

Der Südkoreaner Hoesung Lee, der am Dienstag in Dubrovnik zum neuen Vorsitzenden des UNO-Klimarats gewählt wurde und die Ambitionen von Thomas Stocker zunichte machte, ist bis zu einem gewissen Grad ein Gegenentwurf zum renommierten Berner Klimatologen.

Lee ist nicht wie Stocker Natur-, sondern Wirtschaftswissenschafter – was ein Pluspunkt sein kann, denn die Arbeit des Weltklimarats wird sich künftig eher von der physikalischen Forschung wegbewegen hin zu Lösungsansätzen, die auch wirtschaftliche Fragen beinhalten werden. Im Vergleich zu Stocker eher ein Nachteil sein dürfte, dass Hoesung Lee bereits 69 Jahre alt ist. Bei der Präsentation des nächsten UNO-Klimaberichts, den er nun aufgleisen und begleiten muss, wird er mindestens 75 sein.

Asiatischer Block

Entscheidender Faktor für Lees Wahl war nach Einschätzung von Stocker seine Herkunft. Die asiatischen Länder hätten Lee geschlossen unterstützt, während die 38 Staaten, die Stocker ihre Stimme zusagten, trotzdem nicht alle für ihn votierten.

Gegenüber Radio SRF verbarg Stocker seine Enttäuschung nicht und kündigte an, sich aus dem Weltklimarat zurückzuziehen und «der neuen Generation Platz zu machen». Er will sich auf seine Forschung an der Universität konzentrieren und zu seiner alten Liebe zurückkehren – den antarktischen Eisbohrkernen.

Bereits vor einigen Jahren erregte Stocker mit seiner Forschungsgruppe weltweit Aufsehen, als er über Eisanalysen 800'000 Jahre weit in die Klimavergangenheit der Welt blickte. Nun will er noch weiter gehen und in einem europäischen Projekt das älteste Eis der Welt «suchen und auch finden».

BZ/jsz

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