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«Sie sollen uns fürchten»

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin sagt, er habe keine Angst vor Attentaten. Nach der Enthüllung angeblicher Mordpläne mehren sich die Stimmen, die an der Geschichte zweifeln.

Hat neben vielen Freunden auch viele Feinde: Wladimir Putin scherzt an einer UNO-Konferenz zu gesundem Lebensstil in Moskau. (28. April 2011)
Hat neben vielen Freunden auch viele Feinde: Wladimir Putin scherzt an einer UNO-Konferenz zu gesundem Lebensstil in Moskau. (28. April 2011)
Keystone

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat nach eigenen Angaben keine Angst vor einem Attentat. «Man kann nicht in ständiger Angst leben – sie sollen uns fürchten», sagte Putin heute in der südrussischen Stadt Astrachan. Er sei dieser Gefahr seit 1999 ausgesetzt, seit er zum ersten Mal Ministerpräsident geworden sei. «Menschen in meiner Position müssen damit leben», sagte Putin.

Es war Putins erste öffentliche Reaktion auf die Berichte über das Komplott. Dem staatlichen Fernsehsender Kanal 1 vom Montag zufolge wurden in der Ukraine Verdächtige festgenommen, die geplant haben sollen, Putin nach der Präsidentenwahl am Sonntag zu töten. Der Wahlsieg des 59-Jährigen gilt als sicher.

Wachsender Widerstand

Zahlreiche Beobachter werten die Enthüllung des angeblichen Mordkomplotts als wahltaktisches Manöver. Seit der umstrittenen Parlamentswahl vom Dezember, die den geplanten Ämtertausch zwischen Präsident Dmitri Medwedew und Putin einleitete, gibt es in Russland beispiellose Proteste.

Nach zwei Amtszeiten in Folge durfte Putin 2008 nicht erneut als Präsident antreten. Nun soll er am Sonntag für eine dritte, auf sechs Jahre verlängerte Amtszeit gewählt werden. Mit einer theoretisch möglichen Wiederwahl könnte er bis 2024 regieren.

Wahlkampf in Astrachan

Einen Tag nach einem Hauseinsturz in der südrussischen Stadt Astrachan ist Regierungschef Wladimir Putin zum Unglücksort gereist. Den überlebenden Bewohnern des Hauses versprach er heute neue Unterkünfte. Für ihre Umsiedlung sollten umgerechnet rund 7,6 Millionen Euro eingesetzt werden, kündigte Putin an.

Die Zahl der Todesopfer bei dem Unglück stieg auf acht, wie ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums der Agentur Itar-Tass sagte. Zwölf Menschen wurden verletzt, vier galten als vermisst. Nach ersten Ermittlungsergebnissen wurde der Einsturz des neunstöckigen Gebäudes durch eine Gasexplosion verursacht.

Die Ermittler vermuten, dass ein Bewohner die Detonation ausgelöst haben könnte, der Selbstmord begehen wollte. Der örtliche Untersuchungsausschuss teilte aber mit, vier Menschen seien am Dienstag festgenommen worden, die den Angaben zufolge für die Gaszufuhr und die technische Pflege des Gebäudes zuständig waren.

AFP/rub

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