Schottische Politiker sorgen für Eklat im britischen Parlament

Das EU-Austrittsgesetz sorgte in London für rote Köpfe. Die Mitglieder der schottischen Nationalpartei verliessen das Plenum.

Während einer Brexit-Debatte kam es in London zum Eklat. (Video: AFP)

Im britischen Parlament ist es zu einem Eklat bei der Debatte über das EU-Austrittsgesetz gekommen. Die Mitglieder der schottischen Nationalpartei (SNP) verliessen am Mittwoch aus Protest geschlossen das Plenum.

Zuvor hatte ihr Fraktionsvorsitzender Ian Blackford vergeblich eine Abstimmung über eine Verlängerung der Diskussion gefordert. Der Regierung warf Blackford «undemokratisches Verhalten» vor, weil sie zu wenig Zeit für die Debatte angesetzt habe.

May erleidet beinahe Niederlage

Das britische Unterhaus beschäftigte sich am Mittwoch den zweiten Tag in Folge mit Änderungen des Oberhauses am EU-Austrittsgesetz. Premierministerin Theresa May war am Dienstag dabei nur knapp einer Niederlage gegen die Opposition und EU-freundliche Rebellen aus ihrer Konservativen Partei entgangen.

Es ging dabei um die Frage, ob das Parlament die Regierung an den Verhandlungstisch zurückschicken kann, sollte das Brexit-Abkommen bei den Abgeordneten durchfallen oder kein Abkommen zustande kommen. Berichten zufolge hatte May Rebellen in der eigenen Partei im letzten Moment grosse Zugeständnisse gemacht. Tags darauf säte sie jedoch Zweifel daran, wie weitgehend die Konzessionen gingen.

Spekulationen über erneute Rebellion

«Die Hände der Regierung in Verhandlungen können nicht vom Parlament gebunden werden, aber wir müssen dem Parlament Rechenschaft ablegen», sagte die Regierungschefin. Das gab Anlass zu Spekulationen über eine baldige erneute Rebellion der EU-freundlichen Kräfte im Parlament.

May regiert seit der vorgezogenen Parlamentswahl im vergangenen Jahr mit hauchdünner Mehrheit und steht von mehreren Seiten unter Druck. Am Mittwoch standen noch mehrere Abstimmungen zum EU-Austrittsgesetz an, unter anderem in der Frage, ob Grossbritannien eine Mitgliedschaft in der Europäischen Zollunion anstreben sollte.

oli/sda

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