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Pussy-Riot-Sängerin zieht vor Menschenrechtshof

Sie wurde zwar aus dem Gefängnis entlassen, doch Jekaterina Samuzewitsch will trotzdem den Gerichtshof für Menschenrechte anrufen: Sie sei während des Pussy-Riot-Prozesses gefoltert worden.

Wurde nach eigenen Angaben in ihrer Redefreiheit eingeschränkt: Jekaterina Samuzewitsch nach ihrer Freilassung. (10. Oktober 2012)
Wurde nach eigenen Angaben in ihrer Redefreiheit eingeschränkt: Jekaterina Samuzewitsch nach ihrer Freilassung. (10. Oktober 2012)
Keystone

Die auf Bewährung freigelassene russische Pussy-Riot-Sängerin Jekaterina Samuzewitsch hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg geklagt. Sie gehe gegen die Haftbedingungen sowie gegen die Einschränkung ihrer Redefreiheit vor.

Dies sagte Samuzewitschs Anwältin am Freitag dem Radiosender Moskauer Echo. Samuzewitschs zweijährige Haftstrafe war in der vergangenen Woche zur Bewährung ausgesetzt worden.

Die Klage richte sich auch gegen die Behandlung der Bandkolleginnen Marina Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, die weiter in Lagerhaft sind, sagte Chrunowa.

Essen und Getränke verweigert

Die Kritik an den Haftbedingungen stützt sich demnach auf Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention zum Folterverbot. Während des Prozesses hätten die Frauen kaum Schlaf bekommen. Sie seien oft erst gegen Mitternacht in ihre Zellen gekommen und hätten am folgenden Tag wieder am frühen Morgen aufstehen müssen, um zum Gericht zu fahren, sagte Chrunowa.

Während der Verhandlung wurden den Angeklagten laut der Anwältin Essen und Getränke verweigert. Diese Behandlung sei nach dem Massstab der Menschenrechtskonvention «inakzeptabel». Zudem stelle der Prozess eine Einschränkung der Redefreiheit dar, gegen die Samuzewitsch ebenfalls Beschwerde in Strassburg eingereicht habe.

Die drei Frauen waren im August wegen «Rowdytums» zu je zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in der Moskauer Christus- Erlöser-Kathedrale ein «Punkgebet» gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt und dessen Rücktritt gefordert hatten.

SDA/fko

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