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Polizei räumt Camp in Paris, Flüchtlinge jubeln

Ein Lagerplatz nördlich von Paris drohte nach Calais zu einem neuen Brennpunkt zu werden. Jetzt haben die französischen Behörden reagiert.

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Freuen sich auf ihr neues Zuhause: Flüchtlinge in Paris. Video: AFP/Reuters

Nach der Räumung des Flüchtlingscamps in der Hafenstadt Calais lösen französische Behörden jetzt auch einen Lagerplatz im Norden von Paris auf. Die ersten von Hunderten Migranten, die dort auf Gehwegen campiert hatten, wurden am Morgen in Bussen zu Aufnahmezentren gebracht, wie die Polizei meldete.

Hilfsorganisationen zufolge hatten zuletzt zwischen 2000 und 3000 Menschen im Norden der Hauptstadt unter freiem Himmel gezeltet. Der Lagerplatz drohte nach Calais zu einem neuen Brennpunkt zu werden.

Aktion im Morgengrauen: Die französischen Behörden haben um 6 Uhr mit der Räumung des Flüchtlingslagers in Paris begonnen. (4. November 2016)
Aktion im Morgengrauen: Die französischen Behörden haben um 6 Uhr mit der Räumung des Flüchtlingslagers in Paris begonnen. (4. November 2016)
AFP
Die Aktion verlief zunächst friedlich, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Die Aktion verlief zunächst friedlich, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
AFP
Mehrere Hundert Männer versammelten sich mit Plastiktüten in den Händen zum Abtransport.
Mehrere Hundert Männer versammelten sich mit Plastiktüten in den Händen zum Abtransport.
AFP
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Räumung im Morgengrauen

Die Räumung der Flüchtlingseinrichtung in Paris begann kurz vor 6 Uhr. In einem afghanischen Flüchtlingen vorbehaltenen Teil des Lagers versammelten sich mehrere Hundert Männer mit Plastiktüten in den Händen zum Abtransport mit Bussen.

Die Aktion verlief zunächst friedlich. Die Migranten begrüssten die Ankunft der Busse mit Freudenrufen.

Wachsender Druck auf Hollande

Am Donnerstag hatten die letzten Bewohner das auch als «Dschungel» berüchtigte Camp in Calais nahe dem Ärmelkanal verlassen. Auch sie wurden in Aufnahmezentren gebracht, wo nun ihre Asylanträge bearbeitet werden sollen.

Der «Dschungel» von Calais: Das Flüchtlingslager in Nordfrankreich ist zu einem Symbol der Flüchtlingskrise in Europa geworden. (24. Oktober 2016)
Der «Dschungel» von Calais: Das Flüchtlingslager in Nordfrankreich ist zu einem Symbol der Flüchtlingskrise in Europa geworden. (24. Oktober 2016)
Emilio Morenatti, AFP
Die Zelte und Hütten, in denen die Flüchtlinge bislang ausharrten, sollen abgerissen werden. (24. Oktober 2016)
Die Zelte und Hütten, in denen die Flüchtlinge bislang ausharrten, sollen abgerissen werden. (24. Oktober 2016)
Francois Lopresti, AFP
1250 Polizisten sind im Einsatz, um die Räumung des «Dschungels» abzusichern. (24. Oktober 2016)
1250 Polizisten sind im Einsatz, um die Räumung des «Dschungels» abzusichern. (24. Oktober 2016)
Philippe Wojazer, Reuters
Die Behörden betonten immer wieder ein «humanitäres» Vorgehen. (24. Oktober 2016)
Die Behörden betonten immer wieder ein «humanitäres» Vorgehen. (24. Oktober 2016)
Emilio Morenatti, AFP
Beobachter befürchten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen verschärfen könnte: Rund 2000 der Flüchtlinge wollten die Region nicht verlassen, weil sie heimlich nach Grossbritannien gelangen wollten. (24. Oktober 2016)
Beobachter befürchten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen verschärfen könnte: Rund 2000 der Flüchtlinge wollten die Region nicht verlassen, weil sie heimlich nach Grossbritannien gelangen wollten. (24. Oktober 2016)
Philippe Huguen, AFP
Man setze darauf, dass sich die Menschen freiwillig melden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. «Keiner wird gezwungen, sich in einen Bus zu setzen.» (24. Oktober 2016)
Man setze darauf, dass sich die Menschen freiwillig melden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. «Keiner wird gezwungen, sich in einen Bus zu setzen.» (24. Oktober 2016)
Emilio Morenatti, AFP
Insgesamt sollten am Montag 60 Busse im 15-Minuten-Takt abfahren und zwischen 2000 und 2500 Flüchtlinge in Unterkünfte in verschiedenen Landesteilen bringen. (24. Oktober 2016)
Insgesamt sollten am Montag 60 Busse im 15-Minuten-Takt abfahren und zwischen 2000 und 2500 Flüchtlinge in Unterkünfte in verschiedenen Landesteilen bringen. (24. Oktober 2016)
Emilio Morenatti, AFP
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Präsident François Hollande hatte nicht zuletzt wegen der Proteste der Anwohner und des wachsenden politischen Drucks vor dem Wahljahr 2017 das Camp räumen lassen. Der «Dschungel» galt unter Konservativen und Politikern des rechten Flügels als Symbol für das Scheitern Hollandes in der europäischen Flüchtlingskrise.

(SDA)

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