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Polizei ermittelt wegen Messerkampf-Video nach Attentat

In einem Video trainieren Pegida-Anhänger den Kampf – unter anderem wohl auch gezielte Messerstiche in den Hals. Nach der Attacke gegen die Kölner Oberbürgermeisterin wird ermittelt.

Reine Abwehrübungen mit «Messern aus Gummi»: Die Pedida-Organisatorin Melanie Dittmer nimmt auf Facebook Stellung.
Reine Abwehrübungen mit «Messern aus Gummi»: Die Pedida-Organisatorin Melanie Dittmer nimmt auf Facebook Stellung.
facebook/melanie dittmer

Videoaufnahmen im Internet zeigen, wie Rechtsextreme in Nordrhein-Westfalen den Nahkampf mit Messern trainieren. Zu sehen ist eine vermummte Frau vor einem Mann im schwarzen Shirt. Er nimmt die Hand der Frau und führt das Messer an seinen Hals. Es sieht aus, als wolle er der Vermummten den Bewegungsablauf für einen Angriff zeigen. So beschreibt der «Kölner Stadt-Anzeiger» die Szene. Das Video sei inzwischen gelöscht worden, liege aber der Redaktion vor, schreibt die Zeitung.

Die Kölner Polizei prüft offenbar einen Zusammenhang zwischen dem Trainingsvideo und der Messerattacke auf Henriette Reker. Am Samstag war die Favoritin auf das Oberbürgermeisteramt bei einer Wahlkampfveranstaltung von einem 44-Jährigen mit einem Messer angegriffen und am Hals schwer verletzt worden. Laut «Focus.de» verteilte die parteilose OB-Kandidatin der Kölner «Jamaika-Koalition» (CDU, FDP, Grüne) gerade Rosen, als der Täter zustach. Ein Richter erliess inzwischen Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den mutmasslichen Täter, der laut Polizei fremdenfeindliche Motive nannte.

Laut Informationen der «Bild» handelt es sich bei der Vermummten Frau im Video um Pegida-Organisatorin Melanie Dittmer. Diese reagiert auf die Vorwürfe auf ihrem Facebook-Profil. Das Messer sei aus Gummi, schreibt sie. Bei den Übungen sei es um «reine Abwehrübungen» gegangen. Man wolle schliesslich gewappnet sein, wenn man auf Kundgebungen von Linksautonomen angegriffen werde, sagt Dittmer im Interview mit dem «Kölner Stadt-Anzeiger».

Der nächste Artikel ist noch böser: Rechtsextreme trainieren in Wäldern um Köln den Kampf mit Messern - Rechtsextreme...Posted by Melanie Dittmer on Sonntag, 18. Oktober 2015

Einen Tag nach dem Mordanschlag auf Henriette Reker ist die parteilose Politikerin zur neuen Oberbürgermeisterin von Köln gewählt worden. Die 58-Jährige setzte sich im ersten Wahlgang gegen sechs weitere Bewerber durch. Kurz vor Ende der Auszählung kam sie auf mehr als 52 Prozent der Stimmen und lag uneinholbar vorn. Rekers SPD-Gegenkandidat Jochen Ott kam zu diesem Zeitpunkt auf knapp 32 Prozent.

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