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PKK-Chef Öcalan will Waffen strecken

Trotz der Gewaltwelle in der Türkei herrscht Optimismus, dass der Kurdenkonflikt bald gelöst wird. Zwischen der Regierung und PKK-Chef Öcalan würden ernsthafte Verhandlungen laufen, heisst es.

Trotz des Selbstmordanschlages vom Sonntag wächst in der Türkei die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Kurdenkonfliktes. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan liess mitteilen, seine Kontakte mit dem türkischen Staat hätten inzwischen die Dimension regelrechter «Verhandlungen» über eine Friedenslösung angenommen. Ein führender Kurdenpolitiker erklärte unterdessen, die Phase des bewaffneten Kampfes sei vorbei.

Die Kurdenpolitikerin Aysel Tugluk hatte Öcalan am Montag auf der Gefängnisinsel Imrali bei Istanbul besucht. Nach ihrer Rückkehr erklärte sie am Abend, Öcalan betrachte seine Gespräche mit türkischen Staatsvertretern als «qualifiziert, ernsthaft und wichtig». Die Kontakte hätten inzwischen den Charakter von «Verhandlungen» angenommen.

Waffenruhe verlängert

Er habe den Eindruck gewonnen, dass auch der Staat den Frieden wolle, zitierte Tugluk den PKK-Chef. Die türkische Regierung hatte die Kontakte des Geheimdienstes mit Öcalan vor wenigen Monaten bekannt gegeben. In den Gesprächen geht es um Wege zur friedlichen Beendigung des Kurdenkonfliktes, der seit 1984 mehreren zehntausend Menschen das Leben gekostet hat.

Die PKK hatte am Montag eine im Sommer ausgerufene Waffenruhe bis zu den türkischen Parlamentswahlen im kommenden Juni verlängert und sich gleichzeitig von dem Anschlag in Istanbul distanziert, bei dem am Sonntag der Attentäter umkam und 32 Menschen verletzt wurden.

Osmar Baydemir, der Bürgermeister der Kurden-Metropole Diyarbakir und einer der prominentesten Kurdenpolitiker der Türkei, erklärte die Phase der Gewalt für beendet. Er sagte dem türkischen Nachrichtensender NTV, die PKK und die türkische Armee könnten den jeweiligen Gegnern mit Waffengewalt nicht besiegen. Nun gebe es die Chance auf Frieden.

AFP/miw

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