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Pegida hetzt gegen «undeutsche» Kinderschokolade

Kinderbilder von deutschen Fussballstars mit Migrationshintergrund zieren neu die Verpackungen. Pegida-Anhänger sind ausser sich.

Wie man sie kennt: Die Originalverpackung der Kinderschokolade von Ferrero. (Archivbild)
Wie man sie kennt: Die Originalverpackung der Kinderschokolade von Ferrero. (Archivbild)
Rolf Vennenbernd, Keystone
Jetzt sorgen aber Kinderfotos von Fussballstars mit Migrationshintergrund für heisse Köpfe. (25. Mai 2016)
Jetzt sorgen aber Kinderfotos von Fussballstars mit Migrationshintergrund für heisse Köpfe. (25. Mai 2016)
Ferdinand Ostrop, Keystone
Die Packungen sorgen bei den Pegida-Anhängern «BW Bodensee» für grossen Unmut.
Die Packungen sorgen bei den Pegida-Anhängern «BW Bodensee» für grossen Unmut.
Ferdinand Ostrop, Keystone
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Mit der neusten Werbeaktion für Kinderschokolade hat der Süsswarenkonzern Ferrero die Pegida auf den Plan gerufen.

Zur Fussball-EM hat Ferrero eine Sonderedition lanciert. Statt des bekannten Gesichts des blauäugigen und braunhaarigen Jungen sind nun Kinderbilder der deutschen Nationalspieler auf der Packung platziert, wie «Spiegel online» berichtet. Dies sorgt bei den Pegida-Anhängern «BW Bodensee» für grossen Unmut. So stellten sie ein Foto auf ihre Facebook-Seite, auf dem die neuen Verpackungen zu sehen sind. Diese befinden sich jedoch in einem Automaten und erwecken den Anschein, dass es sich dabei um die neuen Verpackungen, anstatt nur um einen Werbegag handelt.

«Vor nichts wird Halt gemacht»

Das Pegida-Foto zeigt Kinderschokoladen mit Kinderfotos von BVB-Spieler Gündogan und Bayern-Spieler Boateng. Mit folgender Bildunterschrift wird gegen die Firma gehetzt: «Vor nichts wird Halt gemacht». Einem entsetzten Emoticon folgt: «Gibts die echt so zu kaufen? Oder ist das ein Scherz?» Die Fotos von Kindern mit türkischen und ghanaischen Wurzeln auf der Traditionsschokolade sorgen in der Pegida-Community für Aufruhr, so häufen sich die Hetzkommentare von aufgebrachten Pegida-Anhängern.

Kinderschokolade bewegt

Ferrero nimmt in einem Kommentar unter dem eigenen Video Stellung zur Hetze: «Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren.»

Es ist nicht das erste Mal, dass die Traditionsmarke in Deutschland für Aufregung sorgt. Als Ferrero 2005 den Jungen, dessen Lachen über 30 Jahre lang die Verpackung zierte, austauschte, protestierten 20'000 Menschen dagegen.

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