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NPD schimpft in Mails über «Negerkinder»

Die rechtsextreme NPD sitzt in mehreren deutschen Regionalparlamenten. Eine Zeitung hat jetzt interne Mails der NPD veröffentlicht – die Schriften erinnern deutlich an die Nazizeit.

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«Menschenfeindliche, rassistisch und neonazistisch»: NPD-Demonstration 2006 in Berlin.
«Menschenfeindliche, rassistisch und neonazistisch»: NPD-Demonstration 2006 in Berlin.

Die Veröffentlichung Tausender E-Mails aus dem internen Schriftverkehr der NPD bietet laut einem Bericht der «taz» zufolge Einblicke in die Ideologie der rechtsextremen Partei. Die mehr als 60'000 Mails aus dem Inneren der NPD seien neben mehreren deutschsprachigen Medien zugespielt worden, wie die Zeitung in ihrer Samstagausgabe berichtet.

Experten hätten die Echtheit der Mails, die grösstenteils zwischen März 2010 und Januar 2011 verschickt worden seien, sorgfältig geprüft. Die NPD lehnte eine Stellungnahme zum Inhalt der Mails auf dapd-Anfrage zunächst ab.

«Heil Hitler»

Dem Bericht zufolge finden sich in der Sammlung Schriftwechsel zwischen den führenden Köpfen der NPD, aber auch Anweisungen an örtliche Kader, Rechnungen, Mitgliederlisten und Darlehensverträge. Laut «taz» bilden die Mails «die menschenfeindliche, rassistische und neonazistische Ideologie der Partei ab». So zögen NPD-Politiker etwa über «Negerkinder» und das «Fettfüttern von Bimbos» her.

Intern sollen NPD-Kader demnach auch schon mal die strafbare Formel «mit Deutschem Gruss» nutzen oder ihre Mails mit der Abkürzung «88» beenden - ein Synonym der rechtsextremen Szene für «Heil Hitler». Der sächsische NPD-Fraktionschef Holger Apfel habe in einer internen Diskussion über ein Wahlkampfplakat gar geschrieben: «Eine Horde ‹widerwärtig› aussehender Ausländer wäre mir da noch lieber.»

NPD droht mit Klage

In den Auszügen finden sich der Zeitung zufolge auch Hinweise auf die Strategie der NPD im Wahljahr 2011. Der Sprung in den Landtag von Sachsen-Anhalt werde etwa «nur über eine gigantische Materialschlacht erfolgreich zu beschreiten sein», heisst es demnach in einer internen E-Mail. Allerdings wird auch von Streit zwischen den Rechtsextremen berichtet, die sich laut Bericht gegenseitig «Arbeitsverweigerung» und «Kindergartenniveau» vorwerfen.

NPD-Sprecher Klaus Beier sagte der Nachrichtenagentur dapd, falls interne Mails illegal weitergeleitet worden seien, werde seine Partei die Angelegenheit den Rechtsanwälten übergeben. Der «taz» warf er «kriminelle Machenschaften» sowie den «Bruch des Fernmeldegeheimnisses» vor. Die Zeitung betonte dagegen, geltende Gesetze «in keinerlei Art verletzt» zu haben.

dapd/mks/vf/

(dapd)

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