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Nemzows Lebensgefährtin erhält Morddrohungen

Sie ist die Hauptzeugin im Mordfall Nemzow – und wird jetzt selber mit dem Tod bedroht. Die Polizei ergreift «alle notwendigen Massnahmen».

Nach dem Mord an ihrem Lebensgefährten ist sie zurück in die Ukraine geflüchtet: Hauptzeugin Ganna Durizka. (28. August 2013)
Nach dem Mord an ihrem Lebensgefährten ist sie zurück in die Ukraine geflüchtet: Hauptzeugin Ganna Durizka. (28. August 2013)
Daria Buznikowa, AFP

Die ukrainische Lebensgefährtin des erschossenen russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow hat nach eigenen Angaben nach ihrer Rückkehr in die Heimat Morddrohungen erhalten. Ganna Durizka informierte die Polizei darüber.

Während ihres Aufenthalts in ihrem Elternhaus bei Kiew sei sie von Unbekannten bedroht worden, teilten die Justizbehörden mit. Generalstaatsanwalt Viktor Schokin habe angeordnet, «alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen», um «das Leben und die Gesundheit» der 23-Jährigen zu schützen.

Spezialkräfte der Polizei beschützen Hauptzeugin Durizka

Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte, wurden mehrere «Spezialkräfte der Polizei» abgestellt, um Durizka zu beschützen. Nähere Angaben zu den Morddrohungen machte er nicht. Gemäss Informationen der Staatsanwaltschaft ermittelt die Polizei in Bila Tserkwa wegen Mordversuchs.

Durizka war am Montagabend in ihre Heimat zurückgekehrt. Die 23-Jährige ist die Hauptaugenzeugin des Attentats auf Nemzow. Das Model war mit dem 55-Jährigen in Moskau unterwegs, als dieser in der Nacht zum Samstag auf einer Brücke vor den Kreml-Mauern mit mehreren Schüssen in den Rücken getötet wurde.

Nach eigenen Angaben wurde sie anschliessend tagelang in Moskau gegen ihren Willen festgehalten. Ein Sprecher des russischen Ermittlungskomitees wies diesen Vorwurf zurück.

Kreml-Kritiker Nawalny aus dem Gefängnis entlassen

Der russische Oppositionelle Alexei Nawalny ist nach zwei Wochen Haft wieder in Freiheit. «Wir werden unsere Aktivitäten fortsetzen», sagte der Kreml-Kritiker beim Verlassen des Gefängnisses im Norden von Moskau. Zugleich kündigte er an, seinem ermordeten Freund Boris Nemzow auf dem Friedhof die letzte Ehre zu erweisen. An der Beerdigung Nemzows, eines der profiliertesten Regierungskritikers, am Dienstag hatte Nawalny wegen seiner Inhaftierung nicht teilnehmen dürfen. Die jüngste Haftstrafe Nawalnys hatte ein Gericht damit begründet, dass der Anwalt und Blogger in einer U-Bahn-Station in der Hauptstadt Flugblätter mit dem Aufruf zu einer Kundgebung am 1. März verteilt hatte. Wegen der Ermordung Nemzows am vergangenen Freitag war die Demonstration abgesagt worden. Stattdessen fand ein Trauermarsch für den Toten statt.

Nawalny steht seit Februar 2014 unter Hausarrest. Im Dezember wurde der prominente Regierungsgegner zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Gemeinsam mit seinem Bruder, der zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, soll er den französischen Kosmetikkonzern Yves Rocher um umgerechnet knapp eine halbe Million Euro betrogen haben. Obwohl Yves Rocher den Vorwurf zurückgenommen hatte, sprach das Gericht die Brüder schuldig.

(SDA)

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