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Mutmasslicher Mossad-Agent auf freiem Fuss

Einen Tag nach seiner Überstellung aus Polen ist ein mutmasslicher Spion des israelischen Geheimdienstes Mossad am Freitag in Köln gegen Kaution entlassen worden.

«Der Haftbefehl wegen Urkundenfälschung wurde im Einvernehmen zwischen Amtsgericht und Staatsanwaltschaft aufgehoben», sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Rainer Wolf. Damit kann sich der Mann, unter dem Aliasnamen Uri B. auftritt, frei bewegen und auch Deutschland verlassen. B. habe eine «angemessene Kaution» hinterlegt, sagte Wolf.

Der mutmassliche Agent soll in die Vorbereitungen zu einem Mord in Dubai verwickelt gewesen sein, ihm hätte jedoch in Deutschland lediglich eine Geldstrafe wegen Urkundenfälschung gedroht. Das Verfahren gegen ihn könnte nun ohne Hauptverhandlung gegen eine Geldauflage eingestellt werden, die aus der hinterlegten Sicherheitsleistung gezahlt werden könnte. Über die Höhe der Kaution wurde den Angaben zufolge Stillschweigen vereinbart.

Am Hamas-Mord in Dubai beteiligt

B. soll im Frühjahr 2009 einen weiteren mutmasslichen Mossad-Agenten bei der Beantragung eines deutschen Reisepasses beim Einwohnermeldeamt Köln begleitet haben. Der vermutlich illegal beschaffte Pass auf den Namen «Michael Bodenheimer» soll bei der Einreise einer Gruppe mutmasslicher Mossad-Agenten in das Emirat Dubai im Januar verwendet worden sein. Die Gruppe wird verdächtigt, den führenden Hamas-Aktivisten Mahmud al-Mabhuh am 20. Januar in einem Hotelzimmer in Dubai ermordet zu haben.

Die örtlichen Behörden beschuldigen den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad, den Mann in einer geheimen Kommandoaktion ermordet zu haben. Mehr als 20 Verdächtige sollen dabei mit Pässen westlicher Staaten in das Emirat eingereist sein. Israel weist die Vorwürfe zurück und bestreitet jegliche Beteiligung seiner Dienste an der Tat.

B. war am 4. Juni in Warschau aufgrund eines von Deutschland ausgehenden europäischen Haftbefehls verhaftet worden. Dem Verdächtigen wurde von deutscher Seite die Verwendung falscher Dokumente und Tätigkeit für ausländische Geheimdienste vorgeworfen. Ein Berufungsgericht in Warschau bewilligte zwar am 5. August seine Auslieferung nach Deutschland. Dabei hielt das Gericht in Warschau zwar am Vorwurf der Verwendung falscher Dokumente fest, nicht aber an dem Spionagevorwurf.

AFP/raa

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