Zum Hauptinhalt springen

Merkel lässt Erdogan im Satire-Streit abblitzen

Wegen eines kritischen Songs hält Berlin ein direktes Gespräch zwischen der Kanzlerin und dem türkischen Präsidenten nicht für nötig. Ein Sprecher erläuterte die deutsche Position.

Im Satire-Streit mit der Türkei sieht die deutsche Regierung keinen Anlass für weitere Gespräche. Die vorhandenen Gesprächskanäle seien genutzt worden, sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz heute in Berlin.

Die Regierung sehe daher «derzeit keinen weiteren Gesprächsbedarf», sagte sie auf die Frage, ob etwa die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ein direktes Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für notwendig halte.

«Auf diplomatischem Weg deutlich gemacht»

Die Regierung habe ihre Haltung zur Presse- und Meinungsfreiheit «auf diplomatischem Wege» deutlich gemacht, sagte Wirtz. «Sendungen wie die beanstandete gehören für Deutschland selbstverständlich zur deutschen Medienlandschaft dazu.»

Die stellvertretende Aussenamtssprecherin Sawsan Chebli sagte dazu, Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz sowie die Medien- und Meinungsfreiheit seien «hohe Güter», die geschützt werden müssten. Das hätten der deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, sowie Staatssekretär Markus Ederer in Gesprächen mit ihren türkischen Kollegen deutlich gemacht.

Ankara soll Löschung verlangt haben

Im Zentrum des Streits steht ein zweiminütiges Musikvideo aus der NDR-Satiresendung «extra 3» mit dem Titel «Erdowie, Erdowo, Erdogan». Neben der Einschränkung der Medienfreiheit werden dem türkischen Staatschef darin auch die Niederschlagung des Kurdenaufstands und ein hartes Vorgehen gegen Frauen vorgeworfen.

Aus Empörung darüber bestellte die türkische Regierung Botschafter Erdmann ein. Einem türkischen Diplomaten zufolge verlangte Ankara sogar die Löschung des Beitrags. Dazu wollte sich Aussenamtssprecherin Chebli mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Gespräche am Mittwoch nicht äussern.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch