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Mann attackiert französischen Soldaten mit Cutter

Im Pariser Viertel La Défense griff ein Mann einen Armeeangehörigen mit einem Messer an. «Man hat einen Soldaten töten wollen, weil er ein Soldat ist», sagte der französische Verteidigungsminister. Der Täter flüchtete.

Angriff im belebten Geschäftsviertel La Défense: Polizisten schirmen den Tatort ab. (25. Mai 2013)
Angriff im belebten Geschäftsviertel La Défense: Polizisten schirmen den Tatort ab. (25. Mai 2013)
Keystone

Drei Tage nach dem Mord an einem Soldaten in London hat ein Unbekannter in Paris einen französischen Soldaten mit einem Messer attackiert. Während der französische Innenminister Manuel Valls Parallelen zwischen beiden Attacken zog, sagte Staatschef François Hollande, es gebe «derzeit» keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Tötung des britischen Soldaten durch zwei Islamisten.

In London wurden weitere Verdächtige festgenommen. Unter anderem sei «die plötzliche Gewalt des Angriffs» ähnlich, sagte Valls, der einen Vergleich mit der Bluttat in London nahelegte. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte: «Man hat einen Soldaten töten wollen, weil er ein Soldat ist.» Er und Valls würden den «unerbittlichen Kampf gegen den Terrorismus» fortsetzen. Der Zustand des im Nacken verletzten Soldaten war am Sonntag stabil.

Teppichmesser?

Der Angriff ereignete sich am Samstag im Viertel La Défense im Pariser Westen. Der 23-jährige Soldat gehörte einer dreiköpfigen gemischten Militär-Polizei-Patrouille an, wie sie der französische Antiterrorplan Vigipirate vorsieht. Gegen 17.50 Uhr wurde der Mann im Bereich des Untergrundbahnhofs von La Défense laut Staatsanwaltschaft mit einer «Stichwaffe» attackiert. Womöglich nutzte der Täter ein Teppichmesser.

Nach ersten noch unbestätigten Ermittlungsergebnissen war der Angreifer etwa 1,90 Meter gross, Bartträger und mit einem schwarzen Pullover und einer schwarzen Hose bekleidet. Er war am Sonntag weiter flüchtig. Der Staatsanwalt von Nanterre, Robert Gelli, teilte mit, der Fall werde von Antiterrorermittlern der Pariser Staatsanwaltschaft übernommen. Die Ermittler werteten am Sonntag das Material mehrerer Videokameras in der Umgebung des Tatorts aus. Hollande sagte, die Identität des Angreifers und die genauen Umstände der Messerattacke seien noch unbekannt. Es würden jedoch alle Spuren verfolgt.

London: Weitere Verhaftungen

Nach dem Mord an einem britischen Soldaten auf offener Strasse in London am Mittwoch nahm die britische Polizei drei weitere Verdächtige fest. Zwei 24 und 28 Jahre alte Männer seien am Samstag in einem Haus in der britischen Hauptstadt gefasst worden, ein 21 Jahre alter Mann auf der Strasse, erklärte Scotland Yard. Im Südosten Londons durchsuchte die Polizei vier Wohnungen.

Die britischen Sicherheitsdienste geraten nach dem Soldatenmord zunehmend unter Druck. Für neuen Zündstoff sorgten dabei am Samstag Berichte, dass der Inlandsgeheimdienst MI5 den mutmasslichen Täter rekrutieren wollte. Die Berichte bezogen sich auf Aussagen eines angeblichen Freundes von Michael Adebolajo.

Der MI5 habe Adebolajo nach einer Reise nach Kenia als Informanten anzuwerben versucht, sagte Abu Nusaybah, der eigenen Angaben zufolge den 28-jährigen mutmasslichen Täter seit 2002 kannte. Adebolajo sei in Kenia festgenommen und in Haft misshandelt worden. Bei seiner Rückkehr sei Adebolajo vom MI5 befragt und zur Zusammenarbeit mit dem Dienst gedrängt worden, sagte Nusaybah. Wie die BBC mitteilte, wurde Nusaybah unmittelbar nach dem Interview festgenommen.

sda/AFP/kle/bru

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