Zum Hauptinhalt springen

Londoner Polizei verhaftet drei weitere Verdächtige

Nach einem TV-Interview ist ein Freund des Beilattentäters verhaftet worden. Zudem hat die Polizei weitere Verdächtige festgenommen. Derweil werden vermehrt Angriffe auf Muslime gemeldet.

Die Anteilnahme am Tode des jungen Soldaten Lee Rigby ist in London gross. (28. Mai 2013)
Die Anteilnahme am Tode des jungen Soldaten Lee Rigby ist in London gross. (28. Mai 2013)
Keystone
Der Attentäter von London fiel der Polizei schon früher auf: Michael Adebolajo bei einer Demonstration in London. (27. April 2013)
Der Attentäter von London fiel der Polizei schon früher auf: Michael Adebolajo bei einer Demonstration in London. (27. April 2013)
Keystone
Hier geschah die Tat: Woolwich im Südosten von London.
Hier geschah die Tat: Woolwich im Südosten von London.
Keystone
1 / 20

Nach dem Mord am britischen Soldaten Lee Rigby in London hat die Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Den Männern werde die Beteiligung an einem Mordkomplott zur Last gelegt, teilte die Polizei mit.

Zwei der Verdächtigen seien in einem Haus im Süden von London festgenommen worden. Sie seien 24 und 28 Jahre alt. Der dritte sei im Südosten der britischen Hauptstadt verhaftet worden, er sei 21 Jahre alt. Gegen zwei von ihnen seien Elektroschocker zum Einsatz gekommen, eine Behandlung im Spital sei aber nicht nötig gewesen

MI5 unter Druck

Derweil geraten die britischen Sicherheitsdienste zunehmend unter Druck. Für neuen Zündstoff sorgten dabei Berichte, dass der Inlandsgeheimdienst MI5 den mutmasslichen Täter rekrutieren wollte. Die Berichte bezogen sich auf Aussagen eines angeblichen Freundes von Michael Adebolajo, der nach dem entsprechenden BBC-Interview festgenommen worden war.

Der MI5 habe Adebolajo nach einer Reise nach Kenia als Informanten anzuwerben versucht, sagte Abu Nusaybah, der eigenen Angaben zufolge den 28-jährigen mutmasslichen Täter seit 2002 kannte. Adebolajo sei in Kenia festgenommen und in Haft misshandelt worden, die Reise habe sein Leben verändert.

Bei seiner Rückkehr sei Adebolajo vom Geheimdienst befragt worden, ob er gewisse Personen kenne. Nachdem er dies verneint habe, hätten die Agenten ihn gefragt, ob er für sie arbeiten wolle. «Er wurde vom MI5 bedrängt, das hat er mit klar gesagt», sagte Nusaybah in dem BBC-Fernsehinterview.

Wie die BBC mitteilte, wurde Nusaybah unmittelbar nach dem Interview festgenommen. Die Polizei teilte ihrerseits mit, sie habe am Abend in London einen 31-jährigen Mann unter dem Verdacht festgenommen, terroristische Taten in Auftrag gegeben oder vorbereitet zu haben. Es seien ausserdem zwei Häuser im Osten Londons durchsucht worden, erklärte die Polizei.

Brutaler Mord

Am vergangenen Mittwoch war der 25-jährige Soldat Lee Rigby im Londoner Stadtteil Woolwich vor einer Kaserne brutal ermordet worden. Adebolajo sagte anschliessend Passanten mit einem blutigen Fleischermesser in der Hand, er habe ihn als Vergeltung für die Tötung von Muslimen ermordet.

Der 28-Jährige und sein mutmasslicher Komplize Michael Adebowale wurden von der Polizei angeschossen und festgenommen. Heute befanden sie sich weiter im Spital, ihr Zustand war stabil.

Medienberichten zufolge stammen beide Männer von nigerianischen Einwanderern ab. Demnach waren beide als Jugendliche vom Christentum zum Islam konvertiert. Gemeinsam sollen sie sich radikalisiert haben.

Zuletzt sollen beide extremistische Flugblätter verteilt haben. Adebolajo soll zudem versucht haben, nach Somalia zu reisen, um sich der radikalislamischen Shabaab-Miliz anzuschliessen. Jedoch sei er zurückgewiesen worden und sein Pass von der Polizei eingezogen worden, hiess es in Berichten.

Mehr Angriffe auf Muslime

Unterdessen wurde eine starke Zunahme von Angriffen auf Muslime gemeldet. Der Direktor der Organisation Faith Matters, die sich gegen Extremismus einsetzt, sagte der BBC, normalerweise würden ihnen vier bis acht Vorfälle pro Tag gemeldet.

Seit dem Mord an Lee Rigby hätten sie aber von landesweit 150 Angriffen gehört. Einige davon seien «sehr gezielt, sehr aggressiv» gewesen, sagte Fiyaz Mughal.

AFP/kpn/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch