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Linke wenden sich von Matteo Renzi ab

Matteo Renzi sucht dringend Bündnispartner, um gegen Berlusconi und Beppe Grillo in den Ring zu steigen. Doch die Koalitionen im linken Spektrum sind gespalten.

Sucht verzweifelt Bündnispartner: Matteo Renzi.
Sucht verzweifelt Bündnispartner: Matteo Renzi.
Keystone

Wenn Matteo Renzi heute zum jährlichen Treffen nach Florenz lädt, wird er wohl allein im Kreis seiner engsten Getreuen bleiben. Ein Gros der Politprominenz der Demokratischen Partei hat der achten Auflage der «Leopolda» eine Absage erteilt.

Noch zu Wochenbeginn hatte der Parteichef um Einigkeit gerungen. Diese braucht Italiens Linke, will sie bei den wahrscheinlich Anfang März kommenden Jahres stattfindenden Parlamentswahlen siegen. Doch während der frühere Bürger­meister von Turin Piero Fassino noch versuchte, an einem ge­einten Mitte-links-Wahlbündnis zu arbeiten, hat die Parlamentsfraktion der Demokraten den Bruch mit den Linkskräften offensichtlich zementiert.

Die Progressiven und die Linken hatten einen Antrag auf Wiedereinführung des Artikels 18 des Arbeitsgesetzbuches eingebracht. Dieser Artikel, der die Wiedereinstellung ungerechtfertigt Gekündigter garantierte, war von Renzi im Zusammenhang mit seinem «Jobs Act» gekippt worden. Und auch jetzt hatten seine Parteigenossen den neuerlichen Antrag der Linken in die Kommission zurückverwiesen. Pier Luigi Bersani, Renzis Vorgänger im Amt des Parteichefs, kommentierte trocken: «Damit hat die Partito Democratico den Grabdeckel auf jegliche Gespräche mit den Linken gelegt.» Piero Fassino meinte zwar, die Partei sei immer noch für Gespräche offen, doch scheinen die Fronten sich zunehmend zu verhärten als denn zu entspannen.

In der nun existierenden Kon­stellation ist eine Wahlnieder­lage eines von Renzi geführten Mitte-links-Bündnisses geradezu vorprogrammiert. Historische Vorbilder gab es in diesem Jahrtausend bereits – in diesen Situationen gewann jeweils Silvio Berlusconi. Der nunmehr 81-Jährige will auch 2018 gern noch einmal antreten.

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